Wege zur Erinnerung PDF

Eine internationale technische Untersuchung ermittelte 1994 als Ursache eine Explosion in der Toilette im Heck. Die italienische Justiz hingegen erkannte den Opferangehörigen eine Entschädigung zu aufgrund eines Treffers durch eine militärische Wege zur Erinnerung PDF-Luft-Rakete. Das Flugzeug war mit Flugnummer IH870 auf dem Weg von Bologna nach Palermo.


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Durch private Initiative wurde 2007 die Diskussion um das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Schaumburg neu angestoßen. Eine Projektgruppe erhielt von der Politik den Auftrag, die Art der Erinnerung in einer breit angelegten öffentlichen Diskussion zu klären. Dank engagierter Bürgerbeteiligung wurde ein innovatives Konzept beschlossen, mit dem die zahlreichen Erinnerungsorte in Schaumburg besser vernetzt, weitere Forschungen und Schülerprojekte gefördert und die ehemalige Synagoge in Stadthagen zu einem Knotenpunkt dieses Netzwerks ausgebaut werden soll. Das Buch dokumentiert die Ergebnisse und belegt zugleich den breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens über Sinn und Notwendigkeit einer öffentlichen Erinnerung an die in der Zeit des Nationalsozialismus in Schaumburg begangenen Verbrechen.

Der Start hatte sich um zwei Stunden verspätet. Um 20:59 Uhr wurde das letzte Transpondersignal der Maschine aufgezeichnet, die aktiven Radarechos verschwanden innerhalb von zwei Minuten. Zuerst wurde davon ausgegangen, das Flugzeug sei aufgrund von Materialermüdung in der Luft auseinandergebrochen oder von einer Bombe im Rumpf zerrissen worden. Der Rumpf des Flugzeuges wurde 1987 vom bemannten Unterseeboot Nautile des französischen halbstaatlichen Unternehmens Ifremer aus 3500 Metern Tiefe gehoben. In Italien existierte bis 1999 keine unabhängige Flugunfall-Untersuchungsbehörde, wie dies die ICAO verlangt. Für die Untersuchung zuständig waren somit Kommissionen unter der Leitung eines Richters aus dem Justizvollzug.

In den ersten Jahren nach dem Unfall standen für die Untersuchung nur die 32 nach dem Unfall geborgenen und weitgehend unversehrten Leichen sowie Sitzpolster mit Fragmenten darin zur Verfügung. 1988 konnte ein großer Teil der Trümmer an den drei Fundorten geborgen werden. Den weitesten Weg hatten die Triebwerke als kompakteste Teile zurückgelegt. Wenig davor lag der Rumpf und weiter weg, rückwärts in Flugrichtung, war das Rumpfheck mit dem Leitwerk gefunden worden. 1989, dass das Flugzeug irrtümlich durch eine Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden war. Diese Ansicht wurde durch eine staatliche Untersuchungskommission im gleichen Jahr bestätigt.

1994 kam ein internationales technisches Gutachten zu dem Ergebnis, dass es sich um eine Bombenexplosion im Inneren des Flugzeuges gehandelt habe, und zwar in der Toilette, welche steuerbordseitig im Heck liegt. Die Radar-Daten des Römer Radars stimmten für das Auseinanderbrechen mit dem vermuteten Punkt des Auseinanderbrechens aufgrund der Trümmer-Lage überein. Die Radar-Gruppe dieser Untersuchung berechnete im Zusammenhang mit der Anwesenheit anderer Flugzeuge nicht nur die einerseits sehr kleine Wahrscheinlichkeit, dass die Radar-Echos falsch waren, sondern auch die ebenso geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Anwesenheit eines Flugzeuges nur so wenige Echos hervorrufen würde. Der Flight Data Recorder beendete seine Aufzeichnungen gleichzeitig mit dem Voice Recorder, es gab keine Daten-Anomalien vor der Unterbrechung der Stromversorgung. Die Stromversorgung der beiden Recorder erfolgte durch das Steuerbord-Triebwerk, welches in unmittelbarer Nähe der postulierten Explosion lag. Der Sprachrekorder hatte eine kleine weitere „Schluckauf“-Aufzeichnung, welche auf das Umschalten der Stromversorgung auf das Backbord-Triebwerk hinwies.

Die nicht-technischen Mitglieder der Priore-Kommission sahen weiterhin eine Rakete als Ursache an. Dies spielte eine Rolle, weil die ganze Untersuchung, unüblich für die ausländischen Mitglieder der technischen Untersuchung, als Strafverfolgung gegen benannte oder unbenannte Personen geführt wurde. Diese waren angeklagt, den Unfall verursacht oder Informationen darüber zurückgehalten zu haben. Im Rahmen der zweiten Untersuchung konnte außerhalb der technischen Untersuchung des Flugzeuges zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass sich militärische Flugzeuge im Absturzgebiet aufhielten. Zum Zeitpunkt des Absturzes gab es offenbar Einsätze von NATO-Flugzeugen und französischen Flugzeugen über dem Tyrrhenischen Meer. Radardaten lassen auf neun Jagdflugzeuge schließen.