Vom Sinn im hohen Alter PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Zum sechsten Vom Sinn im hohen Alter PDF öffnet vom 23.


Författare: Heinz Rüegger.
Viele Menschen fürchten sich davor, sehr alt zu werden. Das Suchen und Fragen nach Sinn steht oft im Mittelpunkt dieser Lebensphase. Wie können Menschen im hohen Alter Sinn erfahren? Oder geht Hochaltrigkeit Hand in Hand mit Sinnverlust? Welchen Sinn ergibt diese grosse und alte Bevölkerungsgruppe für die Gesellschaft?
Heinz Rüegger verzichtet in seinem Buch dezidiert auf theologische Überhöhung der Fragen und Antworten. Denn Sinn hat auch aus theologischer Sicht mit innerweltlicher Lebensorientierung zu tun. Das hohe Alter wird weder als Ausdruck des Willens Gottes noch als Ziel natürlicher Evolution definiert, sondern als zivilisatorische Errungenschaft, die es in Freiheit zu gestalten gilt. Der Glaube ist kein Sinngarant, aber er kann helfen, Unsinniges und Widersinniges auszuhalten – im Wissen um ein Gehaltensein in Gottes Hand.

August 2007 die Welt der virtuellen Unterhaltung auf dem Leipziger Messegelände. Geschäftsstelle für die Altenberichte der Bundesregierung. Professor an der Freien Universität Berlin. Altersbilder im Wandel Jede und jeder von uns hat bestimmte Vorstellungen vom Älterwerden und Altsein. Machen wir ein Gedankenexperiment und fragen uns: „Was sind typische Merkmale alter Menschen? Welche Veränderungen bringt das Älterwerden mit sich? Hiermit sind vor allem Altersbilder im öffentlichen Diskurs angesprochen, beispielsweise die Deutung des Alters entweder als Rückzug und Verfall oder aber als aktives Alter.

Altersbilder als individuelle Vorstellungen und Überzeugungen. Sie entstehen vor dem jeweiligen kulturellen Hintergrund und beruhen zugleich auf persönlichen Erfahrungen. Individuelle Vorstellungen vom Älterwerden und Altsein können ebenso wie gesellschaftliche Altersbilder sowohl positiv als auch negativ sein. Altersbilder haben für die Lebenssituation älter werdender Menschen und die Stellung der älteren Menschen in der Gesellschaft eine große Bedeutung. So können sich negative Einstellungen und Stereotype in diskriminierenden Einstellungen und Verhalten gegenüber älteren Personen manifestieren, zum Beispiel gegenüber älteren Erwerbstätigen, älteren Patienten in der medizinischen Versorgung oder in der pflegerischen Versorgung. Als im Jahr 1889 der Vorläufer der heutigen gesetzlichen Rentenversicherung eingeführt wurde, ging man davon aus, dass die Menschen solange einer Erwerbsarbeit nachgehen, bis sie aufgrund des Alters oder Invalidität arbeitsunfähig sind.

Erst dann bekamen sie Leistungen aus der neuen Sozialversicherung, die deswegen auch Alters- und Invaliditätsversicherung hieß. Hohes Alter galt dabei gewissermaßen als eine Spezialform der Invalidität. Bevölkerungsvorausberechnungen gehen davon aus, dass die Lebenserwartung in den kommenden Jahrzehnten weiter ansteigen wird. Da diese Stereotype zunächst nicht die eigene Altersgruppe betreffen, werden sie unreflektiert angenommen und bilden später den Hintergrund, vor dem die eigenen Erfahrungen mit dem Älterwerden gemacht und interpretiert werden. Das Zusammenspiel von gesellschaftlichen und individuellen Altersbildern lässt sich anhand von folgendem Beispiel illustrieren: In den 1960er Jahren wurde mit der Disengagement-Theorie postuliert, Altern sei, vergleichbar mit biologischen Verlusten, in natürlicher Weise mit dem Rückzug aus sozialen Aktivitäten und Rollen verbunden und dies sei adaptiv für gutes Altern.

Betrachtet wurde hierbei, ob sich seit 1996 zwei Sichtweisen auf das Älterwerden verändert haben: Untersucht wurde zum einen die Vorstellung, Älterwerden gehe mit körperlichen Verlusten einher. Wie positive und negative individuelle Altersbilder in der Gesellschaft verteilt sind, hängt von sozio-ökonomischen Faktoren wie Alter, Bildungsstand, Einkommen oder Gesundheitszustand ab. So unterscheiden sich die individuellen Altersbilder zwischen den Altersgruppen: Die Altersbilder von Personen im mittleren Erwachsenenalter sind deutlich positiver als jene von älteren Menschen. Anders hingegen sieht es bei den Altersbildern verschiedener Bildungsgruppen aus: Personen mit niedriger Bildung haben deutlich negativere Altersbilder als Personen mit mittlerem und hohem Bildungshintergrund.