Verrückt nach Trailrunning PDF

Wie jedes Jahr, das letzte Rennen meiner Saison. Bei Traumwetter konnten sich verrückt nach Trailrunning PDF als 100 Einzelstarter motivieren die Strecke in Angriff zu nehmen.


Författare: Lisa Jhung.

Willkommen auf dem Trail!

Der Wegweiser durch die Welt des Trailrunnings stammt aus der Feder der Runner’s World-Redakteurin Lisa Jhung. Für alle, die ihre Laufschuhe schnüren, um auch mal abseits geteerter und befestigter Straßen unterwegs zu sein, empfiehlt sich dieser ultimative Ratgeber zum Thema Trailrunning, der keinen Aspekt der Materie auslässt und alle Fragen beantwortet.

Reich und wunderschön illustriert mit den Arbeiten von Charlie Layton bietet das Buch bestes Infotainment:

• Der Nutzen: Warum Trailrunning gut für Körper und Geist ist.

• Grundsätzliches: Gute Trails ausfindig machen, die passende Kleidung wählen, auf die richtige Ernährung achten.

• Sicherheit: Verletzungen vorbeugen/behandeln, Erste Hilfe unterwegs, was tun bei Begegnungen mit wilden Tieren?

• Etikette: Wie die Natur geschützt und anderen Läufern begegnet wird.

• Laufkumpanen: Wie läuft man allein, mit Laufkumpanen oder mit einem Haustier?

• Training: leistung steigern, stärker werden, auf Wettkämpfe vorbereiten. Gibt es womöglich auch negative oder gar gefährliche Aspekte beim Flow-Erleben?

Harte Fakten zum Trailrunning, die stets mit einem Schuss Selbstironie und einem Augenzwinkern serviert werden.

Ich konnte als Gesamt 3ter die Ziellinie bei der Talstation Buchensteinwand überqueren. Nach dem Rennen geht’s für mich immer in die Pause, 2 Wochen Regeneration und die Beine hochlegen. Irgendwann sollte man meinen sollte auch der lernresistendeste Ausdauersportler die Zeichen seines Körpers richtig interpretieren können? Die Werte meines Vitalmonitors ignoriere ich, als IT Spezialist weiß ich ja, dass Technik und Software nicht immer einwandfrei funktionieren, kosmische Strahlung und so. Elektronen der just in dem Moment stattgefundenen Sonneneruption durch die Leiterbahnen des EKG Chips  gedonnert, wie sonst kann so ein schlechtes Messergebnis zustande kommen. Die Elektronen dürften auch dem elektrischen Fieberthermometer gestreift haben, den der zeigt auch leichte Temperatur. Egal, Sachen sind gepackt, die pack ich sicher nicht wieder aus, außerdem bei dem Wetter?

Es wäre ein Frevel nicht zu laufen. Die Zeit bis zum Start will einfach nicht vergehen, es zieht sich hin ich will endlich starten, da ich zu diesem Zeitpunkt noch dachte, dass alles besser werden würde. Vielleicht braucht mein alter Diesel etwas länger bis er in Fahrt kommt, weit gefehlt auch nach 10km ging’s nicht besser. Was mich aber wirklich durchbrachte war ein Laufkollege, danke an Alois Hundseder der mich auf den letzten Kilometer psychisch huckepack genommen hat, vielen Dank! Schade mit solchen Gedanken im Kopf, ein so tolles Rennen zu finishen. Im Ziel wurde ich dann noch durch die Anfeuerungsrufe meiner Familie gepusht, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, das gab mir nochmal ein letzten Motivationsschub! Ich brauchte dann doch einige Zeit bis mein Kreislauf halbwegs wieder auf Trap war, wollte dann aber doch gleich Richtung Heimat aufbrechen, um mich in die horizontale zu bringen, so quasi Schadensbegrenzung.

Ich kam dann auch nicht mehr von der Couch weg, und wanderte vom Sofa dann direkt ins Bett. Die Rechnung für meinen Irrsinn bekam ich dann am nächsten Morgen präsentiert. Fiel die Wahl auf Hamburg, mein Laufkollege hatte diesen ins Auge gefasst und ich schloß mich kurzerhand spontan an. Obwohl ich früher als sonst mit dem Marathontraining startete, wollte es einfach nicht anlaufen. Im Endeffekt lies ich es auf den Vorbereitungshalbmarathon ankommen, schließlich läufst im Rennmodus doch ein wenig anders und meist besser als erhofft. In Linz schöpfte ich dann etwas Zuversicht als ich den Halbmarathon relativ locker mit einer niedrigen 1:16er Zeit runterspullen konnte.

2 Wochen blieben dann noch für Hamburg, ein paar regenerative Einheiten und das letzte Tempotraining passten! Voll motiviert ging es dann Freitag Richtung Hansestadt, bis zu diesem Tag hab ich alle Wetterprognosen ignoriert und insgeheim auf eine Schönwetterfront gehofft. Nix gewesen, der Wettergott hat mit voller Wucht zugeschlagen. Aber so schnell wie es gekommen ist, war es dann vorerst auch wieder vorüber, an einigen Stellen durchbrachen vereinzelt Sonnenstrahlen das Firmament. Der Mann mit dem Hammer blieb aus, aber ab KM 34 waren die Beine wie Blei. Zu allem Überfluss verlor ich auch noch den Anschluß zu meiner Gruppe und durfte alleine dem Gegenwind trotzen. Die letzten Kilometer waren die reinste Qual, mir kam es so vor als würden meine Beine nur wenige Millimeter über Boden dahinscheiden, falls jemals ein Funke Dynamik in meinem Laufstil war, wurde dieser definitiv durch Hamburgswind ausgelöscht.

Am roten Teppich für die letzten Meter nochmal mein schönstes Lächeln aufgesetzt und mit dem letzten Tröpfchen Elan die Ziellinie übersprintet, die Uhr stand bei 2:38 irgendwas, also doch weit unter meinen 2:40, somit kann ich zufrieden sein und den Jahresmarathon 2017 abhaken. UTMBs zu einem einmaligen Bewerb herangewachsen. Da ich die Punkte für den UTMB nicht hatte, fiel die Wahl auf den CCC, nichts desto trotz das Rennen sollte mein persönlicher Saisonhöhepunkt 2016 werden. Mein längstes Rennen bis dahin war 2012 die erste Etappe des Transalpine Runs mit 57km, jetzt erwarten mich über 100km mit mehr als 6000hm im Aufstieg. Einen heftigen Rückschlag in der Vorbereitung bekam ich durch eine Borreliose, die ich mir bei der Tristkogl Challenge Anfang Juni durch einen Spinnenbiss eingefangen habe. 3 Wochen Antibiotika Kur, keine Sonne, kein Training, ich war am Ende, versuchte mich mit leichten Einheiten über Wasser zu halten um nicht komplett in ein Loch zu fallen. Zum Glück war während dieser 3 Wochen das Wetter nicht sonderlich schön.

Als wäre das nicht genug, kamen noch Probleme mit meiner linken Achillessehne dazu, die ich mir beim Bergablaufen übereizt habe. Diese Tatsachen weckten gewisse Zweifel in mir, war es wirklich eine gute Idee in diesem Zustand anzutreten? Ich verdrängte das Rennen bis zum Schluss und dachte mir, irgendwie wird’s schon gehen, und wenn’s nicht geht dann mach ich mir ein paar schöne Tage in Chamonix. Am Dienstag war’s dann endlich soweit, es ging los Richtung Chamonix, wir fuhren von Innsbruck ca. Vor dem Tunnel auf italienischer Seite lag Courmayeur, von dort aus ich dann am Freitag um 9:00 starten sollte. Dann kamen wir an, in Chamonix, die Bergsteiger Hochburg Frankreichs, und sie wurde ihren Namen mehr als gerecht. Jeder 2te in Chamonix lief mit einem Rucksack und 60m Seil durch die Gegend, sogar die Kinder hatten Eispickel auf den Rucksack geschnallt!

Alle führenden Bergsportmarkenhersteller haben ein Geschäfte in zentrumsnähe. Chamonix das Mekka des Alpinismus, mit Blick auf den unscheinbaren Gipfel des Mont Blanc, ich war beeindruckt. Unsere Unterkunft war perfekt, mitten im Zentrum, 3ter Stock auf Augenhöhe mit dem Zielbogen welcher genau neben unserem Gebäude stand. Diese Nähe hatte aber auch seine Nachteile, aber dazu später. Den ersten Marathon erlebte ich bei der Startnummernabholung, obwohl top organisiert musste man eine Stunde Wartezeit einrechnen, zum Teil musste man bereits vor der Halle anstehen, was bei 32 Grad im Schatten nicht gerade angenehm ist. Jacke mit Kapuze, es wurden die verschweißten Nähte und die Membran akribisch genau geprüft. Die Vorfreude stieg, ich konnte es nun kaum mehr erwarten, bis es bei mir soweit sein sollte, die letzten Zweifel schwanden, ich wollte nur noch endlich zu meinem Abenteuer starten.

Am nächsten Tag war es dann endlich soweit! Um Punkt 9 Uhr startete das Feld, über 2000 Starter versuchten ihr Glück. Da für mich feststand, dass das Rennen ein Test ist, ließ ich mich auch nicht von der davon stürmenden Herde mitreißen. Daher war mein Vorsatz, bergauf nur schnelles Gehen, Puls um die 145, viel trinken und jede Stunde eine Salztablette. Ich muss zugeben, anfangs fiel es mir schwer auch die steilen Passagen nicht zu Laufen, da ich noch frisch und mit Adrenalin bis obenhin vollgepumpt war. Aber als ich auch gehend, Platz um Platz gut machen konnte, motivierte mich das noch mehr an meinem Plan festzuhalten.