Vernunft und Vergnügen PDF

So fallen deine Tränen auf mein Herz. In meinem Hirne rumort es und knackt, ich glaube da wird ein Koffer gepackt, und mein Verstand reist ab – o wehe – noch früher vernunft und Vergnügen PDF ich selber gehe.


Författare: Kurt Flasch.
Vergnügen bereitet das Decameron mit seinen vielen heitererotischen Novellen nun schon seit über 600 Jahren. Elf dieser Liebesgeschichten sind hier neu in heutiges Deutsch übersetzt, zur unterhaltsamen Lektüre. Im zweiten Teil des Buches deutet Kurt Flasch, ausgehend von der Schlußnovelle, das gesamte Decameron neu. Aus dieser Perspektive – der Geschichte über die so sonderbar willfährige Griselda – zeigt sich der für Boccaccio in Sachen Liebe so entscheidende Zusammenhang zwischen Vergnügen und Vernunft.
Das Decameron des Giovanni Boccaccio ist eines der berühmtesten Bücher der europäischen Literatur. Dennoch wird es vielfach unterschätzt. Es zählt bei vielen als "erotische" Literatur, als "Herrenlektüre". Das Decameron handelt von Liebe, aber Boccaccio hatte seinen eigenen Begriff davon. Diesen stellt das Buch vor, so vergnüglich wie möglich, so gelehrt wie nötig.
Mancher Leser wird dabei auf Fragen stoßen: Wie hat Boccaccio über Liebe, über Frauen und Männer gedacht? Wie konnte er bei so viel Unglück so heiter sein? Welchen Zweck verfolgte Boccaccio mit seinen Erzählungen? Was bedeutet insbesondere die Schlußnovelle? Sie handelt von Griselda, die sich von ihrem Mann auf die merkwürdigste Weise alles gefallen läßt. Wie läßt sich das vereinbaren mit den stolzen und widerspenstigen Frauen, von denen das Decameron doch auch erzählt?
Die Auslegungen sind vielfältig und umstritten. Kurt Flasch versucht in seinem Buch eine neue Deutung. Damit erscheint, vom Ende her gelesen, das Decameron in einem neuen Licht. Es zeigt sich der Zusammenhang von Vernunft und Vergnügen, der für Boccaccio charakteristisch ist.

Und glaube, dass ich selig bin. Aber frag mich nur nicht: wie? Ich würde nicht die Augen niederschlagen. Der hängt jetzt unter der Nase. Wie unsere großen Meister gesagt und gesungen und wie wir es wollen, wir die Jünger – ja, nicht bloß Elsaß und Lothringen, sondern ganz Frankreich wird uns alsdann zufallen, ganz Europa, die ganze Welt – die ganze Welt wird deutsch werden. In der Weltgeschichte ist nicht jedes Ereignis die unmittelbare Folge eines anderen, die Ereignisse bedingen sich vielmehr wechselseitig. Wege und Stege besser als ein Sehender.

Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen. Der Historiker ist immer ein Merlin, er ist die Stimme einer begrabenen Zeit, man befragt ihn, und er gibt Antwort, der rückwärtsschauende Prophet. Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Das ist schön bei den Deutschen: Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.

Düfte sind die Gefühle der Blumen. Die Stadt selbst ist schön, und gefällt einem am besten, wenn man sie mit dem Rücken ansieht. Stände doch nichts weniger als streng geschieden sind. Rom wollte immer herrschen, und als seine Legionen fielen, sandte es Dogmen in die Provinzen. Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.

Vergnügen ist nichts als ein höchst angenehmer Schmerz. Ja, mich dünkt zuweilen, der Teufel, der Adel und die Jesuiten existieren nur so lange, als man an sie glaubt. Dritter Teil: Italien, Reise von München nach Genua“, zit. Unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter, sogar die Sonne muss bei uns eine Jacke von Flanell tragen, wenn sie sich nicht erkälten will. Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt.

So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen. In der Wissenschaft ist alles wichtig. Wahrlich, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht bloß unsere Philosophen, sondern sogar die gewöhnlichsten Dummköpfe nicht begreifen. Verfolgung der Andersdenkenden ist überall das Monopol der Geistlichkeit. Reisebilder, Vierter Theil, Englische Fragmente, IX. Das Christentum – und das ist sein schönstes Verdienst – hat jene brutale germanische Kampflust einigermaßen besänftigt, konnte sie jedoch nicht zerstören, und wenn einst der zähmende Talisman, das Kreuz, zerbricht, dann rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige Berserkerwut.

Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner. Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte. Die Fee Morgana, wie würde sie erschrecken, wenn sie etwa einer deutschen Hexe begegnete, die nackt, mit Salben beschmiert, und auf einem Besenstiel, nach dem Brocken reitet.