Schriftlichkeit und Identität in der Neuzeit PDF

Dieser Artikel befasst sich mit dem Geschichtsstadium der schriftlichkeit und Identität in der Neuzeit PDF Sprache in der Mediengenealogie. Fremdwort auch in der deutschen Sprache mit dieser Bedeutung verwendet. Schreiben, Schrift und Rechnen bilden die Grundlage von Tradition, Kultur und Bildung.


Författare: Martin Rheinheimer.

Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins (38)

Havelock, Jan Assmann und Walter Jackson Ong sowie Jack Goody und Ian Watt. Die Niederschrift einiger der wesentlichen Elemente der kulturellen Tradition in Griechenland machte zwei Dinge bewusst: den Unterschied von Vergangenheit und Gegenwart und die inneren Widersprüche in dem Bild des Lebens, das dem Individuum durch die kulturelle Tradition, soweit sie schriftlich aufgezeichnet war, vermittelt wurde. The Domestication of the Savage Mind. Schrift an sich den entscheidenden Entwicklungsschritt darstellt, sondern vielmehr das Alphabet bzw.

Umstritten ist dagegen die Einschätzung des bisher nicht entzifferten Diskos von Phaistós aus der kretominoischen Kultur, der auf das 17. Die Vergangenheit des Vergangenen hängt also von einem historischen Empfindungsvermögen ab, das sich ohne dauerhafte schriftliche Aufzeichnungen kaum zu entwickeln vermag. Eine Schrift aber bewirkt ihrerseits Veränderungen in der Überlieferung anderer Elemente des kulturellen Erbes. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten daher möglicherweise demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Das christliche Mittelalter war eine mündlich geprägte Welt. Die Schrift wurde als eine Fortführung der Sprache verstanden, deshalb konnte Literalität nicht ohne Oralität existieren.

Die vorherrschende Schriftsprache des Mittelalters war Latein. Das Schreibmedium Buch tendierte unübersehbar vom binnensystemspezifischen Kult- und Herrschaftsmedium, wie noch zu Anfang des Mittelalters, hin zum systemübergreifenden weltlichen Kultur- und Bildungsmedium für alle. Zu Beginn des Mittelalters waren Bücher lediglich Speichermedien und dienten vor allem als Gedächtnisstütze. Es wurde zum Träger der neuen Bildung, vom zentralen konservierenden Speichern zum instrumentellen Wissensbestand und diente als individuelles alltägliches Arbeitsmittel.

Schließlich kam es zum Medienwechsel und die ersten Wiegendrucke erschienen. Der Buchdruck wurde in weiterer Folge zum Leitmedium. Im Laufe der Jahrhunderte begann ein lebhafter Kopier- und Tauschverkehr zwischen einzelnen Klöstern. Von den sechs Lüneburger Benediktinerklöstern aus dem 12. Der erste ausführliche Bibliothekskatalog stammt von der Reichenau um das Jahr 821. Nach diesem Katalog umfasst die Bibliothek damals über 400 Bände, die nach Autoren oder inhaltlichen Gruppen registriert sind. In anderen Katalogen waren auch Enzyklopädien zu finden.

Im Mittelalter entstandene wurden inhaltlich gruppiert nach den Septem Artes Liberales. Der entscheidende Multiplikationsmechanismus für das Schreibmedium Buch war das mittelalterliche Skriptorium. Nach dem Untergang des römischen Imperiums drohte auch das geistige Erbe des Abendlandes unterzugehen. Lese- und Schreibkompetenzen gingen zurück und der Analphabetismus breitete sich in ganz Europa aus. Als wegweisend für die heutigen Formen der Wissenschaft gilt das Aufkommen der Universitäten im Spätmittelalter. 1150 als Vorbild voran und es folgten zahlreiche Neugründungen. Zwischen 1030 und 1500 gab es über 70 Universitätsgründungen.

Die Bildungsgrundlage für alle mittelalterlichen Universitäten waren die Septem Artes Liberales. Obwohl in dieser Epoche der Anteil der Schriftträger im Verhältnis zum Laientum verschwindend klein war, zeigt die steigende Anzahl der Quellen vom Früh- bis zum Spätmittelalter eine ständige Zunahme der Schriftlichkeit. Neben Mönchen wurden kontinuierlich auch Adelige und Stadtbürger zu Trägern der Schrift. Literaten waren im Allgemeinen die Männer der Kirche und des Klosters, denen auch das ganze Schreibwerk der Kanzleien von den Fürsten übertragen und überlassen wurde. Der Großteil mittelalterlicher Literaten waren Mönche.

Die meisten von ihnen hatten jedoch nur ein Mindestmaß an Schreib- und Lateinkenntnissen. Das kanonische Recht besagt: Wer ein Illiterat sei, sollte kein Kleriker werden. Unter Illiteralität verstand man in jener Zeit die alleinige Fähigkeit des Lesens von Texten. 1291 konnte im Kloster Murbach in Elsass kein einziger Mönch schreiben.

Die Laien bis zum höchsten Adel waren zumeist Illiteraten bzw. Lese- und Schreibkompetenzen waren selbst unter den einflussreichsten Persönlichkeiten des frühen Mittelalters nicht sehr weit verbreitet. Ausnahmen bildeten Herrscher, die zuerst eine geistliche Karriere einschlugen, bevor sie unerwartet die Königskrone übernehmen mussten. Die meisten mittelalterlichen Herrscher, selbst Könige und Kaiser, konnten also weder lesen noch schreiben.

Ebenfalls wenige beherrschten Latein oder gar richtige Grammatik auf Grund der Vielzahl von Dialekten, die die Völkerwanderung mit sich brachte. Dennoch sind im Frühmittelalter Herrscher zu finden, die sich weiterbildeten: Der Merowinger Childerich III. Dialekte und versuchte neue Lautzeichen in seiner Sprache einzuführen. Karl der Große konnte zwar nicht lesen und schreiben, war aber des Lateinischen mächtig.

Sein Sohn Ludwig der Fromme konnte unterschreiben. In Verbindung mit mittelalterlicher Geschichte war schon immer der Mythos des dichtenden Ritters vorhanden. Ulrich von Lichtenstein stilisiert sich in seiner Minnesängerbiographie als jemand, der nicht lesen könne. Junge Mädchen wurden von ihren Familien gern zur Ausbildung ins Kloster geschickt, daher gab es auch sehr viele schriftkundige Frauen im Mittelalter. Unter den Adelsgeschlechtern waren sie wahrscheinlich gebildeter als die Männer, weil sie einfach mehr Zeit für Bildung hatten. Sie hatte mit ihren Büchern sogar wirtschaftlichen Erfolg.