Pneumatische Steuerungstechnik PDF

Die Spieltraktur ist die Verbindung zwischen den Tasten und den Pfeifenventilen. Sie bewirkt, dass pneumatische Steuerungstechnik PDF Niederdrücken einer Taste eine oder mehrere Pfeifen erklingen.


Författare: Rudolf Haug.
1.1 Druckluft in der vergapgephejt Die Anwendung von Druckluft ist keine Erfmdung unserer Tage. Die erste Kunde von der Nutzung der Expansionskraft komprimierter Luft zur Betätigung mechanischer Maschinen und Einrichtungen ist uns in vielfältiger Form bereits aus der Antike überliefert. Die meisten dieser Überlieferungen sind jedoch recht verschwommen und ungenau. Als Urvater der Pneumatik weisen eine ganze Reihe von Quellen auf Ktesibios (um 140v.Chr.) aus Alexandria und dessen Schüler Hero (griechisch Heron um 100 v. Chr.). Von Ktesibios soll ein Druckluft-Katapult stammen, für dessen Spannen der Sehne über axial angeordnete Hebel die Luft in zwei Bronzezylinder durch Kolben verdichtet wird. Beim Loslassen der Sehne dehnt kOMprIMI .. rt .. Luft sich die komprimierte Luft aus und beschleunigt das Geschoß. Dies ist nur ein Beispiel einer ganz erstaunlichen Reihe von Er findungen und Konstruktionen im Bereich der Pneumatik und Heiß luft, die aufKtesibios, Heron und Phi/on zurückzuführen sind: Bild 1 Druckluftkatapult Wasserorgel, Druckpumpe, Türöffner, Feuerspritze, Heronsbrunnen usw. Wenn auch im Verlauf der folgenden Jahrhunderte immer wieder der Versuch überliefert ist, die Druckluft in den Dienst der Menschheit zu stellen, kam es doch zu keiner dauerhaften Anwendung.

Die genaue Auswahl der erklingenden Pfeifen hängt von der Registrierung ab. Es gibt unterschiedliche Arten von Ton- oder Spieltrakturen: mechanisch, pneumatisch, elektrisch und elektro-pneumatisch. Die älteste und ursprüngliche Art ist die mechanische Spieltraktur. Früheste Tontrakturen waren nicht für schnelles Spiel gedacht und geeignet und glichen eher der heutigen Registermechanik.

Die direkte mechanische Verbindung zwischen der Taste und dem Ventil der Tonkanzelle ermöglicht dem Organisten im Vergleich zu den anderen Bauweisen eine, wenn auch geringe, Möglichkeit der Kontrolle über die Ansprache der Pfeifen, je nachdem, wie hart und schnell bzw. Obwohl sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts die pneumatische Traktur immer mehr durchsetzte, experimentierten die Orgelbauer zunächst mit elektrischen Systemen. Auf Grund der zahlreichen Vorteile ist die mechanische Traktur seit Mitte des 20. Jahrhunderts wieder die oft gewählte Spieltraktur.

Als erster Orgelbauer stattete Henry Willis bereits ab 1870 einige seiner Orgeln mit einer pneumatischen Traktur aus die im Prinzip einem aus dem Spieltisch hin zur Windlade verlagerten Barkerhebel entspricht. Die pneumatische Spieltraktur setzte sich dann in den letzten Jahrzehnten des 19. Im Laufe der Zeit entwickelten sich mehrere verschiedene Formen der Pneumatik. Ihnen allen liegt aber ein gemeinsames Prinzip zu Grunde: Die Tasten selbst betätigen nur kleine Steuerventile. Damit werden weitere Bälgchen und Ventile gesteuert, die letztlich dafür sorgen, dass die Pfeifen erklingen. Obgleich sich im vorletzten Jahrhundert barocke Orgelbauer selbst vornehmlich als Handwerker und nicht als Künstler ansahen, erschufen sie sowohl klanglich, als auch technisch oft hervorragende Instrumente. Mit der später einsetzenden Industrialisierung galten aber grundlegend andere Ideale.

Die Orgel wandelte sich vom künstlerischen Unikat zur sogenannten Fabrikorgel. Der Bereich der Musik, besonders der Kirchenmusik, hatte nicht mehr den hohen Stellenwert wie in den Jahrhunderten zuvor. Der romantische Zeitgeschmack forderte Orgeln mit vielen tiefen, weichen und grundtönigen Registern, welche relativ viel Wind verbrauchten. Eine mechanische Traktur für derartige Orgeln wäre besonders im Bassbereich sehr schwer spielbar gewesen. Ferner wurden in dieser Zeit gerne zahlreiche Sub- und Superoktavkoppeln gebaut, um den gewünschten Orgelklang erzeugen zu können. Besonders gravierend war das Problem der Verzögerung bei den ersten Bauformen, die auf einem Zuluft-Prinzip beruhten: Durch den Tastendruck strömt Luft in ein Bälgchen oder eine aufblasbare Membran. Das Problem der Verzögerung ist aber auch damit nicht vollständig gelöst.