Otto von Bismarck zu Gast in Biarritz PDF

Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel. Bismarck ist otto von Bismarck zu Gast in Biarritz PDF Weiterleitung auf diesen Artikel. Unterbrechung, als preußischer Ministerpräsident bis zu seiner Entlassung 1890 entscheidend mit. Innenpolitisch ist seine Regierungszeit nach 1866 in zwei Phasen einteilbar.


Författare: Christoph Haeberlein.

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geschichte Europa – Deutschland – 1848, Kaiserreich, Imperialismus, Note: 2,0, Universität zu Köln, 23 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Hausarbeit wird sich auf die letzten Kriegsvorbereitungen im "Schicksalsjahr 1866" konzentrieren und die unmittelbaren Vorzeichen des Bruderkrieges, besonders von preußischer Seite aus untersuchen. Stimmt es, wenn Andreas Hillgruber behauptet, dass bei Bismarck bereits "im Februar 1866 die Waage endgültig zu einer kriegerischen Entscheidung gegen Österreich neigte, obwohl er wußte, daß ein Bruderkrieg […] prinzipiell abgelehnt wurde" ? Wie bereitete Bismarck den Krieg vor, wann stand sein Entschluss fest, dass ein Krieg unvermeidbar sei? Welches Ziel verfolgte Otto von Bismarck beim Treffen mit Napoleon III. in Biarritz? Wollte er Frankreich als einen möglichen Verbündeten gewinnen oder sich tatsächlich nur Napoleons Neutralität vergewissern?
Um die Fragen zu beantworten, werden im Laufe der Arbeit die preußischen Ministerratsprotokolle vom 29. Mai 1865 sowie vom 28. Februar 1866 über den preußisch-deutschen Konflikt untersucht. Auch das französische Kronratsprotokoll vom 21. Februar 1866, indem Österreich gegen eine preußische Offensive mobil macht, wird diskutiert werden. Für die Zusammenkunft Bismarcks mit Napoleon III. in Biarritz wird der Immediatbericht des Ministerpräsidenten an seinen König auf Motive und Ergebnisse des Treffens hin analysiert.

Zunächst kam es zu einem Bündnis mit den gemäßigten Liberalen. In den folgenden Jahren spielte Bismarck als Kritiker seiner Nachfolger noch immer eine gewisse politische Rolle. Insbesondere durch seine viel gelesenen Memoiren Gedanken und Erinnerungen wirkte er selbst maßgeblich und nachhaltig an seinem Bild in der deutschen Öffentlichkeit mit. In der deutschen Geschichtsschreibung dominierte bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine ausgesprochen positive Bewertung von Bismarcks Rolle, die teilweise Züge einer nationalistischen Idealisierung trug. Otto von Bismarck wurde am 1.

1816 übersiedelte die junge Familie, ohne das Gut Schönhausen I aufzugeben, auf das hinterpommersche Gut Kniephof, wo Otto von Bismarck die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte. Die unterschiedliche soziale Herkunft der Eltern hatte erhebliche Folgen für Bismarcks Sozialisation. Vom Vater erbte er den Stolz auf seine Herkunft, die Mutter gab ihm nicht nur seinen scharfen Verstand, den Sinn für rationales Handeln und sprachliche Sensibilität mit, sondern auch den Wunsch, seinem Herkunftskreis zu entkommen. Bismarck hatte es seiner Mutter zu verdanken, dass er eine Bildung genoss, die für einen Landedelmann nicht typisch war.

Im Alter von sechs Jahren begann Bismarcks schulische Ausbildung 1821 auf Wunsch der Mutter in der preußischen Hauptstadt Berlin in der Plamannschen Erziehungsanstalt. 1827 wechselte Bismarck auf das Berliner Friedrich-Wilhelms-Gymnasium, ab 1830 besuchte er bis zum Abitur 1832 das humanistische Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster. Bismarck war Angehöriger der lutherischen Konfession. Den Religionsunterricht erhielt er von Friedrich Schleiermacher, der den Sechzehnjährigen in der Berliner Dreifaltigkeitskirche auch konfirmierte. Nach dem Abitur nahm Bismarck als Siebzehnjähriger am 10. Im November 1833 setzte Bismarck sein Studium an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität fort. 1835 schloss er es mit dem Ersten Staatsexamen ab.

Anschließend war er zunächst Auskultator beim Berliner Stadtgericht. Auf eigenen Wunsch wechselte er vom Justiz- in den Verwaltungsdienst. Bismarck haderte mit Auslagen für Frauen und machte zusätzlich durch den Besuch von Spielkasinos Schulden. Seinen Dienstgeschäften blieb er monatelang fern. Er versuchte später, seine Referendarausbildung in Potsdam fortzusetzen, kehrte dem Verwaltungsdienst aber nach einigen Monaten den Rücken.

1838 leistete Bismarck als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst ab, zunächst beim Garde-Jäger-Bataillon. Im Herbst wechselte er zum Jäger-Bataillon Nr. Bismarck bezog nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1839 das hinterpommersche Gut Kniephof und wurde Landwirt. Bismarck erwarb schnell gute Kenntnisse in rationaler landwirtschaftlicher Betriebsführung. In den etwa zehn Jahren, in denen er als Verwalter des elterlichen Besitzes fungierte, gelang es ihm nicht nur, die Güter zu sanieren, sondern auch die eigenen Schulden zurückzuzahlen, die er in den zurückliegenden Jahren aufgehäuft hatte. Einerseits gefiel es ihm, sein eigener Herr zu sein, andererseits füllten ihn die landwirtschaftliche Tätigkeit und das Leben als Landjunker nicht aus. Er beschäftigte sich nebenher intensiv, aber unsystematisch mit Philosophie, Kunst, Religion und Literatur, ohne dass ihn dies nachhaltig geprägt hätte.

1842 unternahm er eine Studienreise nach Frankreich und England und in die Schweiz. Durch Moritz von Blanckenburg, einen Schulfreund aus Berlin, kam Bismarck in Kontakt mit dem pietistischen Kreis um Adolf von Thadden-Trieglaff. Die Briefe, die die beiden austauschten, gehören zu den Höhepunkten der Briefliteratur des 19. Bismarck trat politisch zunächst auf kommunaler Ebene hervor. Sein Hauptanliegen in dieser Zeit war es, die Vormachtstellung des landbesitzenden Adels in Preußen zu bewahren. Die Konservativen lehnten den absolutistisch-bürokratischen Staat ab und träumten von einer Wiedereinführung der Mitregierung der Stände, insbesondere des Adels. Als Nachrücker im sächsischen Provinziallandtag wurde Bismarck als Vertreter der Ritterschaft der Provinz Sachsen 1847 Mitglied des Vereinigten Landtags.