Mission Freiheit – Wolfgang Vogel PDF

Von 1932 bis 1944 besuchte er die Schule und leistete anschließend seinen Reichsarbeitsdienst in Zobten ab. Dann begann er mission Freiheit – Wolfgang Vogel PDF Ausbildung zum Navigationslehrer und war vom 1. Danach begann für Wolfgang Vogel eine beispiellose Karriere.


Författare: Norbert F. Pötzl.
Der Anwalt, der aus der Kälte kam



Er war ein Grenzgänger zwischen zwei Welten: Der Ostberliner Rechtsanwalt und DDR-Unterhändler Wolfgang Vogel war maßgeblich am Freikauf von mehr als 33.000 politischen Gefangenen der DDR beteiligt und stand dabei stets hoch in der Gunst westdeutscher Spitzenpolitiker – von Schmidt über Wehner bis hin zu Kohl. Doch wer war der geheimnisumwitterte politische Vermittler wirklich? Helfer in der Not oder gar des Teufels Advokat? Norbert F. Pötzl hat erstmals Zugang zu Vogels Privatarchiv und erhellt mit neuen Erkenntnissen ein wichtiges Kapitel deutsch-deutscher Nachkriegsgeschichte – spannend wie ein Agententhriller.



»Meine Wege waren nicht weiß und nicht schwarz. Sie mussten grau sein – anders ging es nicht. Ich wollte Anwalt der Menschen zwischen den Fronten sein.« In Wolfgang Vogels schillerndem Lebenslauf spiegelt sich die Deutschlandpolitik zur Zeit der Teilung. Als Unterhändler des SED-Regimes bewegt er sich geschmeidig im Schattenreich der Geheimdienste: Er arrangiert den Austausch von Spionen auf der Glienicker Brücke sowie den Freikauf politischer Gefangener durch die BRD und hilft durch sein diplomatisches Geschick bei rund 250.000 Familienzusammenführungen. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren ist er das einzige Bindeglied zwischen den beiden deutschen Staaten und auch später wichtiger Gesprächspartner für Barzel, Wehner, Schmidt und Co. – weitaus mehr als nur ein Briefträger zwischen Ost und West. Norbert F. Pötzl führte zahlreiche Gespräche mit Vogels Witwe und anderen Zeitzeugen und befragte die ersten freigekauften politischen Häftlinge. Entstanden ist die fesselnde und differenzierte Biografie des DDR-Unterhändlers. Mit vielen bisher unveröffentlichten Fotos.







Bis zum Fall der Berliner Mauer war er an der Freilassung von 150 Agenten aus 23 Ländern beteiligt. Im Sommer und Herbst 1989 spielte Vogel eine wichtige Rolle bei den Vorgängen in der Prager Botschaft, zuvor schon u. Ständigen Vertretung und der deutschen Botschaft in Budapest. Unterstützt wurde er dabei von Gregor Gysi. Die Angebote, die er den Botschaftsflüchtlingen unterbreiten konnte, wurden teils begeistert angenommen, teils wütend zurückgewiesen. Nach dem Mauerfall und der Anklage gegen Erich Honecker wurde er dessen Verteidiger, legte dieses Mandat jedoch im Oktober 1990 nieder.

Nach der Wiedervereinigung verzichtete er auf eine Zulassung als Anwalt. Im August 1992 räumte Vogel ein, zeitweise inoffiziell für das MfS gearbeitet zu haben. Vom Vorwurf der Erpressung ausreisewilliger DDR-Bürger wurde Vogel 1998 vom Bundesgerichtshof freigesprochen. In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt, dass Vogel im Westen wie im Osten sehr gut verdient hatte. Bonn zahlte ihm für humanitäre Aktivitäten zuletzt eine Jahres-Pauschale von etwa 320. Diese Summen brauchte er nicht zu versteuern. Im April 1946 heiratete Wolfgang Vogel in erster Ehe Eva Anlauf, mit der er die Kinder Manfred und Lilo hatte.

Seit 1974 war Vogel in zweiter Ehe mit Helga Fritsch verheiratet. Sie stammte aus Essen, wollte ursprünglich einen Freund aus der DDR freikaufen lassen, siedelte aber, nachdem sie Vogel 1968 kennengelernt hatte, 1969 in die DDR über. 1975 Vaterländischer Verdienstorden der DDR in Gold. Zudem wurde Wolfgang Vogel mit hohen Orden aus der Sowjetunion, Schweden und Österreich geehrt. Hoffmann und Campe, Hamburg 1987, ISBN 3-455-08665-9.

Wolfgang Brinkschulte, Hans Jörgen Gerlach, Thomas Heise: Freikaufgewinnler. Die geheimen Missionen des DDR-Unterhändlers Wolfgang Vogel. Pötzl: Ein abstruser Stasi-Vermerk und eine spekulative These. Wolfgang Vogel, Anwalt der deutsch-deutschen Geschichte. Diether Posser: Anwalt im Kalten Krieg. Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-550-07503-0. In: Wer war wer in der DDR?