Militär und Gesellschaft im Treuenbrietzen des 18. Jahrhunderts PDF

Zur Navigation springen Zur Suche springen Die Polte Armaturen- und Maschinenfabrik OHG in Magdeburg war in der ersten Hälfte des 20. Unternehmen 1885 von Eugen Polte übernommen und 1887 als Armaturenfabrik Polte ins Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen ging auf eine Gründung des Magdeburger Metallwarenunternehmers Heinrich Jürgens militär und Gesellschaft im Treuenbrietzen des 18. Jahrhunderts PDF, der 1873 in Magdeburg eine Armaturenfabrik mit Eisengießerei im Magdeburger Stadtteil Sudenburg gründete. Mai 1885 wurde Eugen Polte als neuer Eigentümer ab 1.


Författare: Tim Olster.
Magisterarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Geschichte Europa – and. Länder – Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung, Note: 1,5, Universität Potsdam (Historische Institut, Lehrstuhl für Militärgeschichte), Veranstaltung: Abschlussarbeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Am Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts beklagte der Historiker Ernst Willi Hansen in seinem Bericht "Zur Problematik einer Sozialgeschichte des deutschen Militärs im 17. und 18. Jahrhundert" das inhaltliche Defizit der damaligen Militärgeschichte, sich mit ihrer vornehmsten Aufgabe, nämlich der Rekonstruktion der sozialen Wirklichkeit der Soldaten nicht zu beschäftigen. Bernhard R. Kroener erneuerte diesen Vorwurf fast eine Dekade später in seinem Literatur- und Forschungsbericht, in dem er resümierte, dass es noch an einer modernen Militärgeschichte
in Deutschland fehle. Gleichzeitig verwies er auf die englische und
französische Militärhistorie, die diesbezüglich fortschrittlicher sei.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat sich in Deutschland die Einstellung zur Militärgeschichte geändert. Dabei erfolgte eine Abkehr von einer reinen schlachten- und operationsgeschichtlichen Perspektive hin zu einer nun stärker sozialgeschichtlich
betonten Betrachtungsweise.
Dadurch öffnete sich die Militärgeschichte thematisch für einen größeren Personenkreis. Beispiele dafür sind die Untersuchungen zur Geschlechter- und Mentalitätsgeschichte von Beate Engelen und Jutta Nowosadtko.
Ursächlich für das Ausblenden von sozialen Fragestellungen in der deutschen Militärgeschichte in der Vergangenheit waren vor allem zwei Aspekte: Zum einen hatten die deutschen Militärs, von denen der Großteil der militärgeschichtlichen Literatur noch bis heute stammt, bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts nur wenig Interesse an der Erforschung der sozialen Lebensumstände der Soldaten.
Für sie war, wie bereits angedeutet, die Militärgeschichte bis dahin gleichbedeutend mit der Kriegsgeschichte.
Die Sozialwissenschaftler ihrerseits hatten kaum Ambitionen sich auf das gesellschaftlich "schwierige Terrain" des Militärs einzulassen. Zu stark waren nach wie vor ihre Vorbehalte gegen die Armee, da ihr die Katastrophen der beiden Weltkriege aus der jüngeren deutschen Geschichte anhafteten.
Bereits 1816 war im preußischen Generalstab eine kriegsgeschichtliche Abteilung gegründet worden, in der Offiziere, nicht Historiker, eine "amtliche Kriegsgeschichte" schrieben.
Sie sollten vorrangig Erfahrungen aus der Praxis für die Praxis (Applikationswissenschaft)nutzbar machen – daher standen Themen wie Heeresaufbringung, -verfassung und -verwaltung, Kriegsrecht und vor allem Taktik und Strategie im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses.
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Bei der Übernahme des Betriebes waren 23 Personen beschäftigt. Zunächst wurde die Produktion von Armaturen für Gas- und Wasserleitungen sowie für Dampfkessel mit dem übernommenen Maschinenbestand weitergeführt. Schnell konnte das Unternehmen mittels neu entwickelter Herstellungsverfahren seine Produktpalette ausweiten. Neuentwickelte Maschinen zur Herstellung von Metallkörpern nach dem Zieh- und Walzverfahren wurden in eigenen Werkstätten gebaut und folgend in der Produktion eingesetzt. So konnte Polte auch Aufträge für Groß- und Schwerarmaturen sowie für Hochdruckarmaturen für den Einsatz auf Bohranlagen und Ölfeldern ausführen. Der Versuch, auch noch in die homogene Verbleiung von Apparaten für die chemische Industrie einzusteigen, misslang.

Im Jahr 1890 arbeiteten bereits 700 Arbeiter und Angestellte in den Betrieben. Um auch die größeren Geschosshülsen automatisiert herstellen zu können, entwickelte Eugen Polte das dazu bislang gebräuchliche Ziehverfahren zu einem Kugelwalzverfahren weiter, bei dem rollende Kugeln die Umgestaltung der Messingröhren in einem Walzvorgang übernahmen. 1914 war die Zahl der Beschäftigten auf 4000 gestiegen und die Polte-Werke gehörten bereits zu den größten Munitionsproduzenten Europas. Neben den ursprünglichen Fabrikationsanlagen waren neue Gebäude entstanden. Beim Erwerb des Unternehmens umfasste das Fabrikgelände an der damaligen Halberstädter Straße in Magdeburg-Sudenburg 1.

Stand der Polte-Werke auf der Braunen Messe in Magdeburg, 1934, aus: Polte Armaturen- und Maschinenfabrik, Katalog, Ausgabe 1935. Diesel-LKW-Fuhrpark der Polte-Fabriken vor den Werksgaragen, ca. Die hohe Qualität Polte’scher Ingenieurerzeugnisse schuf bald einen weltweiten Absatzmarkt. In den ersten Jahren wurden vor allem Armaturen und Feuerwehrzubehör exportiert.

Bald wurden auch ganze Munitions-Produktionsanlagen weltweit angeboten und verkauft. Ständig waren ausländische Kunden in Magdeburg, um sich vor Ort über die in Fachkreisen geschätzten Produktionsverfahren zu informieren. Nach dem Tod von Eugen Polte 1911 übernahm zunächst seine Witwe, Luise Polte, das Unternehmen. Sie wurde auch Geschäftsführerin, übte dieses Amt jedoch nicht aktiv aus, sondern überließ geschäftliche Entscheidungen hauptsächlich angestellten Direktoren. Im Jahr 1917 übertrug Luise Polte ihre Anteile zu gleichen Teilen auf ihre beiden Töchter, Margarete Nathusius und Katharina Freifrau von Gillern.