Leben aus dem Glauben PDF

Europäer an ein Leben nach dem Tod. Dabei scheinen der Phantasie keine Grenzen gesetzt zu sein: Von der Wiedergeburt mit oder ohne Karma, über das Entschweben in eine andere Dimension, dem Entgleiten in den Himmel mittels vorbeiziehender Kometen bis hin zum klassischen Himmel mit oder ohne Hölle und Fegefeuer. Tod kommt, umso weniger leidet der Mensch unter den Schmerzen seiner Krankheit oder Verwundung. Das ist allerdings – auch nach Auffassung der Kirche – keine biologische Selbstverständlichkeit wie zum Leben aus dem Glauben PDF die Verwandlung einer Raupe zu einem Schmetterling.


Författare: Franz-Josef Ortkemper.

Nein, die Kirche bezeichnet das Sterben eines Menschen schon als ein Unglück: Denn die Seele verliert mit dem Leib ihre Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, der Wissensaneignung, der Ausdruckfähigkeit von Gefühlen und noch vieles mehr. Dabei scheint das eigentlich Bedrückende im Tod nicht der leibliche Schmerz zu sein – wovor die Menschen heutzutage verständlicherweise am meisten Angst haben – sondern die zunehmende Einsamkeit. EEine Seele, die ihres Leibes beraubt ist, ist ihres „Weltbezuges“ beraubt, denn der Leib, der der Seele bislang ihren Ort in unserem Universum gab, ist ihr genommen. Sie bildet sozusagen ein Universum für sich.

Nun hindert sie nichts mehr, ihren seelischen Regungen, die sie sich im Laufe ihres Lebens zueigen gemacht hat, freien Lauf zu lassen. Hier spricht die Kirche von drei verschiedenen Zuständen: Himmel, Hölle und Fegefeuer. Hölle wird doch wohl kaum einer freiwillig aufsuchen, oder? Im Grunde ist aber jede Seele ein Ort für sich. Es handelt sich eher um die Art, wie die Seele nun das Universum ihrer eigenen Einsamkeit prägt. Vereinzelung durch den Verlust des eigenen Körpers kein großes Unglück. Gott in der Nähe zu sein, der das eigene Verhalten als moralisch verwerflich abqualifiziert.