Klinische Physiologie PDF

A und B entsprechen dem unteren und oberen Inflection-Point. Für die meisten in der Medizin betrachteten Zusammenhänge zeigt sich eine nichtlineare Beziehung der Werte. Das bedeutet, dass die Compliance sich je nach Füllungszustand des Systems ändert. Besonders dehnbare Strukturen besitzen eine hohe Compliance, besonders steife Strukturen klinische Physiologie PDF niedrige Werte.


Författare: Berhard Stuber.

Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer Book Archives mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen. Dieser Titel erschien in der Zeit vor 1945 und wird daher in seiner zeittypischen politisch-ideologischen Ausrichtung vom Verlag nicht beworben.

Die Volumenerhöhung kann man durch Messung der zugeführten Volumina ermitteln. Die Druckdifferenz ist gegeben durch die Veränderung des transmuralen Drucks, das ist der Druckunterschied zwischen innen und außen. Eine Analyse isolierter Werte ist allerdings nur von geringer Aussagekraft, vielmehr interessiert die Veränderung der Compliance abhängig vom Füllungszustand. Häufig werden die Zusammenhänge daher in einem Druck-Volumen-Diagramm dargestellt.

Die Compliance der Lunge und des Thorax ist ein Maß für die Dehnbarkeit des Atemapparates oder seiner Komponenten und ist definiert als Verhältnis von Volumenänderung zur damit verbundenen Druckänderung. Da die Lunge sich innerhalb des Thorax befindet, wird eine einfache Messung der Atemzugvolumina und der resultierenden transmuralen Drücke immer nur die Gesamtcompliance von Thorax und Lunge wiedergeben. Sind 3000 ml in der Lunge, dann sind auch 3000 ml im Thorax. Für Thorax und Lunge sind jedoch verschiedene Füllungsvolumina nötig, um denselben Druckanstieg zu erreichen, was sich in den unterschiedlichen Compliances zeigt.

Für Fragestellungen der klinischen Medizin außerhalb der Lungenfunktionsprüfung ist die Bestimmung der Gesamtcompliance meist ausreichend genau. Durch die Schwerkraft sind die basalen Anteile der Lunge besser durchblutet. Bei klinischen Compliance-Untersuchungen wird nach Applikation eines definierten Atemzugvolumens entweder der Munddruck oder der Druck im Beatmungsschlauch gemessen. Diese Drücke sind nur dann mit dem Alveolardruck gleichzusetzen, wenn kein Gasfluss mehr stattfindet, also bei Atemstillstand. Gasfluss verursachten Artefakte bewusst mit ein, es wird also der höchste während des Atemzyklus gemessene Atemwegsdruck verwandt.

Widerstandes, der aus der Differenz von dynamischer und statischer Compliance abgeleitet werden kann. Die Messung dieser dynamischen Compliance erfolgt üblicherweise unter den dynamischen Bedingung der ununterbrochenen Beatmung und erfordert mathematische Verfahren zur Berechnung. Bei Lungenemphysem kann es dagegen sogar zu einer Zunahme der Compliance kommen. Bei der maschinellen Beatmung dient die Analyse der Compliance zur möglichst lungenschonenden Einstellung des Beatmungsgerätes. Unter volumenkontrollierter Beatmung kann für die Berechnung der dynamischen Compliance nach klassischem Verständnis der Atemwegs-Spitzendruck verwendet werden.