Körper-Sprachen PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Als Leib bezeichnet man in Körper-Sprachen PDF und Theologie den lebendigen Körper von Menschen oder Tieren.


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In den letzten Jahren hat sich das Interesse an den körperlichen Ausdrucksformen psychischen Geschehens vertieft. Das Jahrbuch der DGPT thematisiert neben klinischen Konzepten zur Verbreitung und Genese psychosomatischer Symptome auch neuere Theorien zum Verhältnis von Psyche und Soma, zum Embodiment sowie Ansätze aus den Kunst-, Kultur und Geschichtswissenschaften.

Im theologischen Sinne wird mit der Rede vom Leib die Idee einer individuellen Verbindung aus Person und immaterieller Seele artikuliert, da der biologische Körper-Begriff nicht ausreicht, um einen Träger für diese Einheit zu bestimmen. Der Leib-Begriff ist im Christentum insbesondere bedeutend in Bezug auf den Leib Christi und den Ritus der Heiligen Kommunion. Im Pantheismus steht er dagegen für die bewusstseinsfähige Erscheinung eines universalen Geistes in der Natur. Leiblichkeitskonzepte in der Philosophie beziehen sich vor allem auf den Zusammenhang von Körper und Bewusstsein. Der Begriff ist in diesem Sinne vor allem wichtig in der Phänomenologie.

Edmund Husserl spricht vom Leib als „Nullpunkt“, und beschreibt ihn als „merkwürdig unvollkommen konstituiertes Ding“, das nur aus der Ersten-Personen-Perspektive erfahren werden kann, sich zugleich aber einer vollständigen Erfassung entzieht. Er steht hier für die Selbstreferenz des Leibes auf den Leib, gewissermaßen für den praktisch-motorischen Vollzug des Lebens, als „Medium zur Welt“. Fundamental ausgearbeitet, in Bezug gesetzt zur Naturwissenschaft und als Grundbegriff wertvoll für die Philosophie wurde der Leib-Begriff mit der Phänomenologie der Wahrnehmung von Maurice Merleau-Ponty. Man kann davon sprechen, dass die Phänomenologie sich für eine ‚Leib-Körper-Differenz‘ stark macht. Christliche Anthropologie und das Menschenbild der Medizin. Tagung der Evangelischen Akademie Iserlohn vom 29. Gernot Böhme: Ethik leiblicher Existenz: Über unseren moralischen Umgang mit der eigenen Natur.

Stefan Grätzel: Die philosophische Entdeckung des Leibes. Perspektiven für eine neue Kultur der Körperlichkeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-534-25933-5. Edmund Husserl: Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie.

Marcus Knaup: Leib und Seele oder mind and brain? Zu einem Paradigmenwechsel im Menschenbild der Moderne. Verlag Karl Alber, Freiburg 2013, ISBN 978-3-495-48626-9. Maurice Merleau-Ponty: Das Auge und der Geist. Felix Meiner, Hamburg 1984, ISBN 3-7873-1545-4.

Hilarion Petzold: Leiblichkeit: Philosophische, gesellschaftliche und therapeutische Perspektiven. Hermann Schmitz: Kurze Einführung in die Neue Phänomenologie. Verlag Karl Alber, Freiburg 2009, ISBN 978-3-495-48361-9. Erkenntnis zwischen Eros und Ekel, MUT, Tübingen 2009, ISBN 978-3-9812736-1-8.

Thorsten Streubel: Die Leibvergessenheit in der aktuellen Gehirn-Geist-Debatte. Rodopi, Amsterdam 2010, ISBN 90-420-3182-4, S. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-518-29072-X. Verlag der blaue reiter, Hannover 2008, ISBN 978-3-933722-24-9. Christian Julmi, Ewald Scherm: Subjektivität als Ausdruck von Lebendigkeit.