Haarmann und Grans PDF

Carl Gröpler kam als Kind des Eisenbahnarbeiters und Dienstmanns Heinrich Gröpler und seiner Ehefrau Auguste, geborene Anton, in Magdeburg zur Welt. Er wurde zunächst Musiker, war dann fünf Jahre Haarmann und Grans PDF. Gröpler erlernte das Pferdemetzgerhandwerk und betrieb in Magdeburg die Dampfwäscherei Aegir.


Författare: Matthias Blazek.
Es war das Top-Thema in der Presse: Am 23. Juni 1924 wurde der Serienmörder Friedrich "Fritz" Haarmann in Hannover verhaftet. Er hatte seit 1918 nachweislich 24 junge Männer ermordet.
Der als Polizeispitzel und Detektiv arbeitende Kaufmann war zwar geständig, bekannte sich aber nur zu 21 Morden und bestritt den Vorwurf, Teile der Leichen der Ermordeten verspeist zu haben. Seine Opfer lernte Haarmann im Bahnhofsmilieu kennen. Nachdem er sie in seine Wohnung gelockt hatte, durchbiss er ihnen die Kehle oder erwürgte sie.
Haarmann war den Behörden zwar schon seit 1918 als Triebtäter bekannt, er konnte jedoch erst 1924 nach dem Fund mehrerer menschlicher Schädel in der Leine und durch den Einsatz von Kriminalinspektor Hermann Lange festgenommen werden. Der Fall um Haarmann wurde zum aufsehenerregendsten Kriminalfall seiner Zeit. Die genaue Zahl seiner Opfer konnte nie ermittelt werden, da Haarmann im Größenwahn und mit dem Ziel, den Ermittlern zu gefallen, auch Morde gestand, die er nie begangen hatte. Der Psychiater Ernst Schultze, der vor Haarmanns Hinrichtung am 15. April 1925 mehrere Wochen lang Gespräche mit ihm führte, schloss jedoch eine psychische Erkrankung aus.
Matthias Blazek setzt neue Schwerpunkte in der Betrachtung des Falles Haarmann. Hier stehen weniger die Vorgeschichte und die Taten im Vordergrund als die Ereignisse seit Haarmanns Festsetzung. Zudem wertet Blazek erstmals den kompletten Presserummel um den "Werwolf von Hannover" aus.
Bislang unveröffentlichte Fotos sowie neue Erkenntnisse und Quellen werden angeführt, und auch bislang wenig beachtete Randnotizen werden einer Betrachtung unterzogen. Als Beispiel seien die Hintergründe zum Scharfrichter Carl Gröpler genannt, der die Fallschwertmaschine bediente, mit der Haarmann hingerichtet wurde, sowie der Aufenthalt Haarmanns in der Gefangenenarbeitsstelle Jägerheide bei Celle, die verwandtschaftlichen Beziehungen Haarmanns und der Wiederaufnahmeprozess gegen Grans. Bisher in der Literatur widersprüchlich dargestellte Informationen werden nun auf Quellen basierend aufgearbeitet.
Dem Journalisten Matthias Blazek, Jahrgang 1966, ist mit diesem Buch ein besonderes Werk gelungen, das das vorhandene Schrifttum über den Kaufmann aus Hannover, der so viel Leid über so viele Familien gebracht hat, mit neuen Erkenntnissen bereichert.

Gröpler war zunächst Hauptgehilfe des preußischen Scharfrichters Lorenz Schwietz. Als der preußische Scharfrichter Alwin Engelhardt 1906 fristlos entlassen wurde, übernahm Gröpler dessen Aufgaben. Eintrag über die Hinrichtung von vier Kommunisten mit dem Beil durch Gröpler am 19. Im April 1924 unterzeichnete Gröpler einen Vertrag, der ihn de facto zum alleinigen Scharfrichter in Norddeutschland machte. Neben einem regelmäßigen Pauschalhonorar in Höhe von 136,- Goldmark im Monat erhielt er für jede Hinrichtung eine Pauschale von 60,- Goldmark für sich selbst und 50,- Goldmark für jeden seiner Gehilfen. Zwei der letzten Exekutionen mit dem Handbeil waren die Hinrichtungen der Baronin Benita von Falkenhayn und ihrer Freundin Renate von Natzmer. Die beiden waren wegen Spionage vom Volksgerichtshof verurteilt worden und wurden von Gröpler am 18.

Carl Gröpler wurden in seiner etwa 30-jährigen Dienstzeit mindestens 144 Hinrichtungen zugerechnet. 1937 wurde er in den Ruhestand versetzt. An seine Stelle trat sein Gehilfe, der Abdeckereibesitzer Ernst Reindel aus Gommern. 1945 wurde Carl Gröpler vom sowjetischen Militär an seinem Wohnort Magdeburg festgenommen. Der Fall, die Beteiligten und die Presseberichterstattung. Ein Blick in die Geschichte der Magdeburger Kriminalgerichtsbarkeit.

Informationen für Bürger im aktiven Ruhestand. Angelika Ebbinghaus, Karsten Linne: Kein abgeschlossenes Kapitel: Hamburg im Dritten Reich. Rainer Marwedel, Frankfurt am Main 1989. Matthias Blazek: Scharfrichter in Preußen und im Deutschen Reich: 1866 – 1945.

Ibidem Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 3-8382-0107-8, S. Links, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-480-8, S. Heinrich Breloer, Horst Königstein: Blutgeld: Materialien zu einer deutschen Geschichte. Prometh Verlag, Köln 1982, ISBN 3-922009-46-8, S. Diese Seite wurde zuletzt am 1. Dezember 2018 um 15:14 Uhr bearbeitet. Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden.