Grausam – Lyrik PDF

Alle Grausam – Lyrik PDF und Texte auf veggiswelt. Dieses Buch handelt von Tieren und von Menschen. Es ist ein Buch über den tagtäglichen Umgang mit den Tieren.


Författare: Rolf Otto Siegel.
Erster Gedanke: Grausam – Lyrik

Es ist daher, so gesehen, ein Buch über den normalen Alltag der von den Menschen eingekerkerten und missbrauchten Tiere. Es ist aber ein Alltag, den wir Menschen weitgehend ausgeblendet haben. Es gibt viele individuell unterschiedliche Gründe, um mit dem Fleischessen aufzuhören. Viele Menschen tun es wegen der Tiere, sehr viele aber auch aus gesundheitlichen Gründen, einige finden es schlicht und einfach ekelhaft, Leichenteile zu essen. Die hier aufgeführten Gründe zeigen, wie schädlich Fleischkonsum für unsere Welt ist. Wir Menschen benehmen uns auf diesem Planeten wie eine Besatzungsmacht in einem überfallenen Land: wir morden die Bewohner und pferchen sie ein, wir verknechten und entrechten sie, wir lassen ihnen keine Würde.

Bei all dem schaden wir uns sogar noch selbst. Das war auch schon in der DDR so: Speziell ausgebildete Mitarbeiter wurden unter falscher Flagge in die oppositionelle Szene eingeschleust, um diese zu zersetzen. Diese Mitarbeiter spielten sich in dieser Szene dann als die überzeugtesten und radikalsten Protagonisten auf und waren damit für die anderen Oppositionellen unverdächtig. Mächtige Feinde, die daran interessiert sind, die Tiere ungestört zu missbrauchen, sie einzupferchen, Ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen, sie zu jagen und nicht zuletzt, sie wegen ihres Fleisches abzuschlachten. Ihr Interesse ist groß, die Aufklärungsarbeit von effektiv arbeitenden Tierrechtlern zu vereiteln. Tiere jagen dient dem Menschen dazu, eine unmittelbare Beziehung zur Natur aufzubauen, zu der er sonst nicht fähig wäre. Denn nichts lässt eine Seele tiefer mit einer anderen Seele in Kontakt treten, als Töten oder Lieben.

Jäger sind Heger, und zwar in dem Sinne, dass sie den Wunsch hegen, zu töten, um daran Lust zu empfinden. Töten als der Kick, den der Großstadtmensch so nötig braucht. Jagen – das S-Bahnsurfen der Naturfreaks. Das Märchen, dass die Tiere dezimiert werden müssen, weil ihnen die natürlichen Feinde fehlen, glauben nicht einmal die Jäger selbst, da sie bekanntlich auch Wölfe abschießen, die den Bestand kurz halten könnten. Außerdem wird das Wild im Winter von den Jägern gefüttert, damit zur Saison wieder genügend Abschussmaterial für sie bereitsteht. Wenn es den Jägern wirklich um einen waldgerechten Bestand ginge, könnten sie die Tiere ja mit einem Betäubungsgewehr narkotisieren, um sie dann fachmännisch zu kastrieren.

Das würde aber eine zusätzliche Ausbildung erfordern und einen fürsorglichen Charakter voraussetzen. Mit der deftigen Jägerromantik wäre das nur schwer vereinbar. Die folgende Szene habe ich vor Kurzem in meinem Wohnzimmer beobachten können. An einem schmalen sehr hohem Fenster meiner Balkontür hatte sich eine Spinne ihr Netz gebaut. Es befand sich am oberen Ende und umfasste die gesamte Breite von 27 cm, nach unten waren es etwa genauso viel. Der Abstand zum Fenster vom Rahmen, an dem es befestigt war beträgt 1,5 cm. Zum Zeitpunkt des Vorfalls saß die Spinne ganz still genau in der Mitte Ihres Netzes.

Dass diese Geschöpfe kleiner und schwächer sind als ich, welcher vernünftig und edel denkende Mensch könnte daraus ein Recht ableiten, ihre Schwäche und Kleinheit zu missbrauchen? Ist es nicht in Wirklichkeit so, dass der Größere, Stärkere, Überlegenere stets das schwächere Geschöpf beschützen sollte, nicht aber töten und verfolgen? Mein Weg zur gewaltfreien Lebensweise verlief nicht schnurgerade. Leider zählte ich nicht zu jenen glücklichen Kindern, deren Umfeld bereits vegetarisch lebte und so blieb auch mir auf meine Kinderfragen nicht erspart zu hören, dass Gewalt gegen Tiere für Menschen lebensnotwendig sei, dass die Tiere von ihrer Ermordung nichts spürten, dass man das Ganze nicht vermenschlichen dürfe und dass die Tiere auf meinem Teller doch sowieso schon tot seien. Happy Hummer“ war vor ein paar Jahren der sarkastische Titel einer ZDF-Reportage, in der elegant gekleidete Damen und Herren an einem Hummer-Kochkurs teilnahmen. Der Topf wurde mit den lebenden und bei vollem Bewusstsein zappelnden Tieren vollgestopft. Das Wasser kühlt dadurch natürlich stark ab.

Dann wird das Wasser ganz allmählich, aber ohne jede Gnade immer heißer. Das Symbol für Jesus Christus ist das Lamm. Gerade zu Ostern sollten Christen in Liebe Jesu gedenken und ihn loben und ehren! Stattdessen raubt man ihn symbolisch seiner Mutter weg und behandelt ihn wie ein Stück Dreck – ohne Würde. Man nennt ihn nun zynisch „Osterlamm“. Hunderte Kilometer wird er durchs Land transportiert und dann grausam geschlachtet. Was soll man dazu sagen: In einer Schule in Schleswig-Holstein wurde vor den Augen von Schülern der 5.