Geschichte und Imaginaire PDF

Die Geschichte und Imaginaire PDF Québecs muss hier nicht erneut erzählt werden, sie findet sich hier. Die wenigen literarischen Werke Neufrankreichs waren in Form und Inhalt europäisch und enthielten nur wenige Hinweise auf die neue Umgebung. Davon wurde nichts in der Kolonie gedruckt, nur wenige konnten lesen und hatten Zugang zu Büchern.


Författare: Thomas Herzog.
Die Sirat Baibars, der Volksroman um den legendären Begründer des Mamlukensultanats Baibars I. (reg. 658 – 676 H./1260 –1277 A.D.), die bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts in den Kaffeehäusern Syriens und Ägyptens mündlich vorgetragen wurde, öffnet uns ein Fenster in die Vorstellungswelten der ‚amma, des gemeinen Volkes, in mamlukischer und osmanischer Zeit. Ausgehend von einer für die Entwicklungsgeschichte der Sira zentralen Episode verfolgt die Studie eine doppelte Strategie: sie präsentiert und interpretiert das zu Tage tretende Imaginaire und versucht zugleich, die Quellen, aus denen sich die Vorstellungswelt der Sirat Baibars speist (erlebte Wirklichkeit, populäre Erzähltradition und gelehrte Quellen), sowie die Entwicklung dieses Volksromans vom Ende des 13. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert zu rekonstruieren. Aus der Interpretation des Imaginaire von Raum und Gesellschaft, der Analyse der von den Autoren der Sira verfolgten Legitimationsstrategie mamlukischer Herrschaft im Kontext frühmamlukischer Politik und der Untersuchung des Verhältnisses von gelehrter Geschichtsschreibung und Volksroman entsteht das Panorama der imaginären Welten einer in ihrem Innern von Korruption und Verfall bedrohten und von außen von Feinden umzingelten Gesellschaft. Die Studie, die zugleich eine detaillierte Theorie der Entstehung der Sirat Baibars entwickelt, hat auch insofern Pioniercharakter, als erstmalig eine Konkordanz des Inhalts aller bekannten Handschriften eines arabischen Volksromans erstellt wird.

So spielte die mündliche Überlieferung beim Erhalt der französischen Sprache eine einzigartige Rolle. Franko-Kanadier die für den dortigen Katholizismus typischen Formen des Kirchenbaus, ebenso wie den typischen Bauernhof. Beide gingen auf europäische Vorbilder zurück. Im Rahmen des britischen Empires suchten die Franzosen ihre Identität zunehmend durch eine Versicherung der eigenen Geschichte zu schützen, dazu eine Art Bestimmung und Aufgabe im Heilsplan Gottes. Dabei spielte der Katholizismus, der sich gegen die britischen Protestanten absetzte, eine wichtige Rolle, ebenso wie die Sprache, die sie von den ebenfalls katholischen Iren unterschied. Michel Bibaud veröffentlichte 1830 erstmals französische Gedichte im eigenen Land.

Der Inhalt bezieht sich auf indianische Häuptlinge und den Streit zwischen James Wolfe und Louis-Joseph de Montcalm, den Generälen, die den entscheidenden Kampf zwischen Großbritannien und Frankreich führten. Literatur für rund ein Jahrhundert kennzeichnende Form. Die historische Novelle und die Novelle des Landes inspirierten viele Autoren, der Mythos des natürlichen und weiten Landes verband sich mit dem Nationalprojekt der frankophonen Eliten. Jahrhunderts und der zunehmende Abstand zum immer stärker industrialisierten anglophonen Kanada brachte die Unterschiede noch stärker ins Bewusstsein. Autoren publizierten vielfach in den USA, wie Honoré Beaugrand, Adélard Lambert, Henri d’Arles, Louis Dantin oder Alice Lemieux-Lévesque. In den 1860er Jahren versuchte die École patriotique de Québec erstmals mit dem Literaturjournal Les soirées canadiennes eine nationale Literatur zu schaffen. Doch nicht nur patriotische Literatur wurde bevorzugt.

Gefühle und Impressionen ausdrückenden Werke der 1895 gegründeten École littéraire de Montréal suchten nach anderen Themen. Jahrhundert wurde der Identitätsdiskurs von Henri Bourassa dominiert, dessen pan-kanadischer Nationalismus zum Teil als Reaktion auf den britischen Imperialismus zu verstehen ist. Lionel Groulx betonte die Literatur als Ausdruck der kollektiven Identität. Als Reaktion auf die zunehmende Unfähigkeit des Dominions, die regionalen Ausprägungen des Frankokanadischen zu schützen, richtete er seine Bemühungen stärker auf Québec als den eigentlichen Herd des Französischen in Nordamerika. Refus global, das Manifest des Automatistenmalers Paul-Émile Borduas vom 9.

Dem sich ausweitenden Diskurs gab das Magazin Cité libre ab 1950 eine neue Richtung. Hinzu kam, dass, mit rund drei Jahrzehnten Verspätung, die inzwischen verstädterte Bevölkerung ihren literarischen Rahmen im städtischen Milieu zum Ausdruck brachte, nicht mehr im ländlichen. 1 Dennoch spielte zumindest das Moment der riesigen Landschaften, das die nordamerikanische Literatur stark geprägt hatte, weiterhin eine Rolle. Jahrhundert entstanden nur wenige Malereien, die von der neuen Umgebung der Auswanderer geprägt waren. Marc-Aurèle Suzor-Coté mit seinen Dorf- und Kleinstadtszenen, die Anfang des 20. Steinmetze wie Fortin, Suzor-Côté und Alfred Laliberté bevorzugten ähnliche Sujets. Der erste frankophone Film entstand 1913 mit Évangéline, eine Produktion aus Halifax, die auf Henry Wadsworth Longfellows Gedicht über die Deportation der Akadier zurückging.

Doch wurde das Medium nicht nur zur Erinnerung an die eigene Geschichte eingesetzt, sondern auch, um Siedler zu gewinnen. In den ersten Jahren des National Film Board entstanden keine frankophonen Produktionen, doch mit dem Umzug nach Montreal im Jahr 1956 änderte sich dies. Er war in den Siebziger Jahren die herausragende Figur, Ende der 80er und in den frühen 90er Jahren war es Denys Arcand. Eines der wichtigstes Instrumente zur Verbreitung franko-kanadischer Kultur und Sprache wurde jedoch das Fernsehen, das ab 1952 auf Sendung ging. Yvon Couture und Albert Connollys Oti-il-no kaepe. Geschichte und den Kulturschock, den die Begegnung mit den Europäern auslösten.

Fiktionale Literatur und Poesie wurden von Indigenen nur selten auf Französisch verfasst. Ansonsten herrschten kurze Geschichten und indigene, traditionelle Erzählkunst vor. 1985 erschien mit Andatha das erste Gedichtwerk indigener Hand. Damit wurde die koloniale Herleitung abgelegt und eine größere Eigenständigkeit zum Ausdruck gebracht. Sie erkannte die Parallele zu anderen kulturell bedrohten Gruppen und erklärte sich mit ihnen solidarisch. Die Dekolonialisierung brachte Jacques Ferron in Les grands soleils 1958 auf die Bühne.