Funktionale Ansätze der Translationswissenschaft PDF

Zur Navigation springen Zur Suche springen Die Translatologie ist die Wissenschaft vom Dolmetschen und Übersetzen. Die Unterscheidung zwischen Übersetzen und Dolmetschen in der modernen Translationswissenschaft geht auf Otto Kade zurück, wobei funktionale Ansätze der Translationswissenschaft PDF Übersetzungswissenschaftler selbst den Begriff der Translationswissenschaft aber als befremdlich ablehnte.


Författare: Hanna Wilkes.

Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Informationswissenschaften, Informationsmanagement, Note: 1,7, Universität Hildesheim (Stiftung), Sprache: Deutsch, Abstract: Welche funktionalen Ansätze gibt es in der Translationswissenschaft? Was versteht man unter adäquatem Übersetzen und welche Möglichkeiten bietet die Alternative des äquivalenten Übersetzens? Fragen wie diese führen zusammen mit einigen Beispielen durch die Seminararbeit.
Dafür müssen zunächst die Begrifflichkeiten der Adäquatheit und der Äquivalenz erklärt sowie deren größte Unterschiede und Gemeinsamkeiten genannt werden.
Darauf folgt der Hauptteil dieser Arbeit, in dem die funktionalen Ansätze der Translationswissenschaft erläutert werden. Darunter fallen hier die Skopostheorie, die Theorie vom Translatorischen Handeln sowie die Scenes-and-frames-Semantik.
Anschließend wird die Option des äquivalenten Übersetzens kurz vorgestellt und deren Vorgehensweise und Ziele näher erklärt. Am Schluss steht ein Fazit, in dem die Ergebnisse knapp zusammengefasst und interpretiert werden.

Die Translatologie versteht sich als Interdisziplin. Die Translatologie kann in einen theoretischen, einen deskriptiven und einen angewandten Zweig gegliedert werden. Die theoretische Translatologie sucht in ihrer allgemeinen Form nach Erklärungsmodellen für den Übersetzungs- oder Dolmetschvorgang an sich. Was genau geht bei der Translation vor sich? Auf diesem Gebiet liegen die Berührungspunkte zwischen der Translatologie und den Kognitions- und Neurowissenschaften. Die Translatologie als eigenständige Interdisziplin ist ein Kind des späten 20. Jahrhunderts, das Nachdenken über Sprachen und Translation dagegen bedeutend älter.

Viele Philosophen und Linguisten haben sich mit dem Problem des Übersetzens und Dolmetschens befasst. In der noch jungen Geschichte der modernen Translationswissenschaft hat es bereits mehrere Paradigmenwechsel gegeben. Die anfangs kontrastiv-linguistisch orientierte Translationswissenschaft mit dem Begriff der Äquivalenz als zentralem Thema entwickelte sich bald weiter in Richtung kommunikativer, später funktionaler Ansätze. Zeit der zentrale Begriff in den kontrastiv-linguistisch geprägten Anfangszeiten der Translationswissenschaft. Translation invariant gehalten werden sollte, war lange Zeit Thema lebhafter Diskussionen. Eine denotative Äquivalenz besteht, wenn der Zieltext die gleichen außersprachlichen Sachverhalte abbildet wie der Ausgangstext. Eine konnotative Äquivalenz besteht, wenn die Art der Verbalisierung von Sachverhalten in Ausgangs- und Zieltext vergleichbare emotionale und assoziative Reaktionen hervorruft.

Eine textnormative Äquivalenz besteht, wenn der Zieltext in gleicher Weise wie der Ausgangstext Sprach- und Textnormen erfüllt oder bricht. Ein Beispiel mit vorrangiger Bedeutung der textnormativen Äquivalenz ist die Übersetzung von Packungsbeilagen für Arzneimittel. Hier müssen in Ausgangs- und Zielland oft unterschiedliche rechtliche Anforderungen erfüllt werden. Information, Unterhaltung, Herstellung von Gemeinschaftsgefühl etc. Eine formal-ästhetische Äquivalenz besteht, wenn Ausgangs- und Zieltext eine Analogie der Gestaltung aufweisen, wobei formal-ästhetische Qualitäten gerade für literarische Texte konstitutiv sind. In diesen Bereich fällt demzufolge die Übersetzung von Metaphern und Sprachspielen innerhalb dieser literarischen Texte.