Die ordentlichen Ämter der römischen Magistratur PDF

Die römische Verfassungsgeschichtsschreibung gilt bezüglich der Zeitalter der Königszeit und weitgehend auch die ordentlichen Ämter der römischen Magistratur PDF Republik als sehr unsicher. Die Quellen der erhaltenen Überlieferungen und die Art, wie diese benutzt wurden, werfen häufig Fragen der Glaubwürdigkeit auf.


Författare: Matthias Widner.
Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Geschichte – Weltgeschichte – Frühgeschichte, Antike, Note: 2, Universität Rostock (Altertumsgeschichte), Veranstaltung: Proseminar: Wählen und gewählt werden im antiken Griechenland und Rom, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Römische res publica hatte drei Säulen: Die Volksversammlungen, den Senat und die Magistratur.
Im Lauf der Geschichte der Römischen Republik haben sich für die Letzte verschiedene Maßregeln und Normen herausgebildet, durch welche die Ausübung und Bekleidung der Ämter reglementiert wurde. Da der römische Staat nicht über eine geschriebene Verfassung verfügte, entwickelten sich diese Normen teilweise als ungeschriebenes, teilweise als geschriebenes Recht. Im zweiten Abschnitt dieser Arbeit wird dies näher betrachtet.
Generell kann man sagen, dass im Gegensatz zu den heutigen republikanischen Staatssystemen, die Römer keinen komplexen Beamtenapparat hatten. Die Zahl der Magistrate zum Beispiel – sie symbolisierten die exekutive Macht in Rom – war immer sehr gering. Sie vermehrte sich relativ langsam, als Rom sich anschickte, alle Küsten des Mittelmeers zu beherrschen. Eine personell größere Verwaltung war unter den Bedingungen einer Aristokratie nicht möglich. Die große Komplexität eines solchen Apparates hätte die gegenseitige Kontrolle der nobiles erschwert und ihren Zusammenhalt als Gruppe geschwächt.
In dieser Arbeit soll auf die ordentlichen Ämter der Magistratur Roms eingegangen werden. Es soll untersucht werden, in wieweit sich die Aufgaben und Befugnisse dieser Ämter im Laufe der Republik verändert haben. Voraussetzung dafür soll eine allgemeine Charakteristik der Ämter sein. Es ist zu betonen, dass die Quellensituation eine lückenlose Untersuchung der Ämter über die gesamte Zeit der Republik deutlich erschwerte.

Verfassungszuständen vereinbar war und der Ämterverfassung gerecht wurde. Nach vorherrschender Auffassung der Rechtshistoriker wird der römische Machtbereich verfassungsgeschichtlich in vier Zeitabschnitte unterteilt. Darstellung die Abfolge von unterschiedlichen Staatsformen als Einteilungskriterien zugrunde. Der epochalen verfassungsrechtlichen Einteilung stellen sich nachfolgende Kritikansätze entgegen, die nach einer abweichenden Einteilung verlangen. Aus politologischer Sicht wird angeführt, die Königszeit und die Republik präge dem Grunde nach ein gemeinsamer und kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Eine Abgrenzung ließe sich sinnvoller nach prägenden rechtlichen und gesellschaftlichen Ereignissen vornehmen, die tatsächliche Veränderungen herbeigeführt hätten.

Unter sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Gesichtspunkten wird häufig zwischen einer bauernstaatlichen und einer imperialen Phase unterschieden. Rom ein allein bäuerlich geprägter Gemeindestaat gewesen. Gegenüber dem vielbeachteten römischen Privatrecht, das gelegentliche Kodifikationen erfuhr, war das Verfassungsrecht weitgehend ungeschriebenes Recht. Wie das Verfassungsrecht, wird das römische Privatrecht zeitlich unterteilt. Die Überlieferungen zu den ersten Jahrhunderten Roms wurden lange als zuverlässige Geschichtsschreibung betrachtet. Nach und nach erschloss sich, dass die Berichte an unzähligen Ungereimtheiten litten. Daneben kam die Vermutung auf, dass dies den Schriftstellern der Antike zumindest teilweise selbst bewusst gewesen sein müsste.