Die Nacht der Proletarier PDF

Dieser Artikel behandelt den Film von 1987. Zum Roman von Martin Die Nacht der Proletarier PDF Nexø siehe Pelle der Eroberer. Spielfilm des dänischen Regisseurs Bille August aus dem Jahr 1987.


Författare: Jacques Rancière.

Jacques Rancière ist im deutschen Sprachraum für seine politisch-ästheti­schen Schriften zu Kunst und Kino bekannt. »Die Nacht der Proletarier« zeigt ihn darüber hinaus als Forscher, der sich bereits früh mit den Archiven und Problem­berei­chen der Sozialgeschichte auseinandergesetzt hat. Er konzentriert sich in diesem umfassenden Band auf die Träume, Hoffnungen und Perspektiven jener Arbeiter und Arbeiterinnen, die seit der französischen Julirevolu­tion 1830, in welcher Bürgerliche und frühindustrielle Proletarier sich erstmals gegen die Restauration des Ancien Régime erhoben, aktiv wurden.
Rancière analysiert die Schriftstellerei und Erfahrungen derjenigen, die es wagten, die ihnen zugewiesene Position als Proletarier durch die Anmaßung ihres revolutionären Denkens zu ergänzen. »Wer sind sie? Einige Dutzend, einige Hundert Proletarier, die um 1830 zwanzig Jahre alt waren und die in dieser Zeit jeder für sich entschieden haben, das Unerträgliche nicht weiter zu ertragen.« Neben ihrem physischen und psychischen Überleben von Tag zu Tag begannen sie, meist in der Nacht – der Nacht der Proletarier -, Aufrufe und Artikel zu verfassen, Zeitschriften zu gründen und Elemente frühsoziali­sti­scher Positionen zu formulieren.
Rancière holt sie aus der Anonymität all jener, die gleichwohl dasselbe alltägliche Schicksal teilten, und eröffnet anhand von späteren »Arbeiterschriftstellern« und Diskursen bis in die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts unerwartete Bezüge zu aktuellen Positio­nen der Kapitalismuskritik und einem Denken der Utopie.

Der fünfzigjährige Witwer Lasse Karlsson und sein achtjähriger Sohn Pelle reisen um 1900 aus dem verarmten Schweden auf die dänische Insel Bornholm, wo sich der Vater eine Anstellung als Landarbeiter bei den dortigen Großgrundbesitzern und ein paradiesisches Leben verspricht. Die Lebensbedingungen der Knechte und Mägde des geizigen Kongstrup sind extrem hart. Lasse und Pelle müssen beispielsweise in einem Verschlag im Hühnerstall wohnen. Außerdem werden sie von dem sadistischen Lehrling Kongstrups gequält, der Spaß daran hat, seine Untergebenen zu demütigen. Dennoch versucht Lasse, seinem Sohn ein möglichst gutes Leben zu bieten. Pelle besucht mit Erfolg die Dorfschule, wird jedoch von seinen Mitschülern als Ausländer verspottet und erniedrigt.

Gleichzeitig muss Pelle erkennen, dass sein Vater es nicht wagt, gegen die entwürdigenden Arbeitsbedingungen und die Obrigkeit aufzubegehren. Pelle freundet sich mit dem Knecht Erik an, der sich stark und unerschrocken präsentiert. Nils, der Sohn eines Lieferanten, und Anna, eine Magd auf dem Steinhof, haben ein heimliches Verhältnis, das von Nils’ Vater strikt abgelehnt wird. Als Anna von Nils schwanger wird, tötet Nils das Neugeborene. Anna wird verhaftet, Nils kommt bei einer Seenot-Rettungsaktion ums Leben. Erik rebelliert anlässlich einer entwürdigenden Behandlung offen gegen die sklavereiähnlichen Zustände auf dem Gut und bedroht den brutalen Verwalter des Gutsherrn mit seiner Sense. In dem Moment geht jedoch ein Pferd durch, worauf Erik vom Gegengewicht des Ziehbrunnens, einem schweren Stein, am Hinterkopf getroffen wird und fortan geistig behindert ist.

Er fristet ein klägliches Dasein auf dem Gehöft und wird schließlich mit unklarem Ziel vom Hof geschafft. Pelles Vater freundet sich mit einer Seemannsfrau an, Madame Olsen, deren Mann auf See verschollen ist und die in einer einsamen Kate lebt. Die Hoffnung auf eine Heirat und ein besseres Leben zerschlägt sich jedoch, als Bootsmann Olsen unerwartet zurückkehrt. Lasse betrinkt sich daraufhin, wird von seinem entsetzten Sohn aufgefunden und gelobt Besserung.

Da er aber mit Madame Olsen eine Nacht verbracht hat, sieht Pelle sich dem Spott der gesamten Schulklasse ausgesetzt. Am Rande eines ländlichen Volksfestes vergewaltigt Kongstrup seine eigene Nichte, Fräulein Sine. Wut darüber, dass Kongstrup etliche Frauen im Umkreis geschwängert, doch seiner eigenen nie den ersehnten Sohn geschenkt hat. Nachdem Pelle den Sohn des Pastors verprügelt hat, weil dieser Pelles Vater wegen der Affäre mit Madame Olsen verspottet hatte, bietet Frau Kongstrup, die den liebenswürdigen Pelle als Sohnersatz betrachtet, den Karlssons ihre Hilfe an und überlegt, Pelle zum Lehrling zu ernennen. Doch Pelle, dem der Steinhof zutiefst verhasst ist, fordert seinen Vater auf, stattdessen mit ihm den Hof zu verlassen und ein besseres Leben zu suchen.

Bei dem Film handelt es sich um eine Adaption von Martin Andersen Nexøs vierbändigen autobiografisch geprägten Romanzyklus Pelle der Eroberer, der zwischen 1906 und 1910 veröffentlicht wurde. Carl Theodor Dreyer, Roman Polański und Bo Widerberg hatten sich vergeblich um eine Verfilmung des Romans bemüht. August sah den Film vorwiegend als emotionale Geschichte zwischen einem einsamen Vater und seinem Sohn. Es ist auch eine Geschichte darüber, wie Menschen in einer extrem grausamen Welt überleben. Aber ich wollte die politischen und sozialen Elemente im Hintergrund lassen.

In der Bundesrepublik Deutschland startete der Film am 23. Der Film versuche Kindergeschichte und Sittenbild des 19. Sehnsüchte, nicht Realitäten würden den Film grundieren. Episode zwischen Lasse und der Seemannsfrau als eine der berührendsten Szenen des Films.