Die Logik der Sorge PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Der Begriff Sorge beschreibt ein durch vorausschauende Anteilnahme gekennzeichnetes Verhältnis des menschlichen Subjektes zu seiner Umwelt und zu sich selbst. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist die Sorge in erster Linie die Logik der Sorge PDF mehr oder weniger konkrete, mitunter länger anhaltende Befürchtung oder seelische Bedrückung.


Författare: Bernard Stiegler.
Seit der Aufklärung gilt das Idealbild vom mündigen Individuum, das Verantwortung für sein Handeln trägt. Durch die Übermacht der neuen Medien und den globalen Kapitalismus wird jedoch die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, systematisch zerstört. Auch Erwachsene sind tatsächlich keine mündigen Individuen, sondern verharren in einem Zustand der Unreife, der es ihnen unmöglich macht, die jüngere Generation zu Verantwortungsbewußtsein zu erziehen. Ein Generationenvertrag wird aufgelöst und das Leben auf das Lustprinzip, die bloße Gegenwart, reduziert, somit wird Vergangenheit ausgelöscht und eine Zukunft nach den Idealen der Aufklärung aussichtslos. Die Folgen sind eine Infantilisierung der Gesellschaft, strukturelle Verantwortungslosigkeit und eine durch manipulative Medien verursachte gesamtgesellschaftliche Aufmerksamkeitsstörung. Bernard Stieglers Hauptinteresse gilt dem Zusammenhang von Kultur und Technik und den Veränderungen der Gesellschaft durch Medien und Digitalisierung. Der Autor klagt die Medien an, die in ihrer Funktion als "Psychotechnologien" ein triebgesteuertes Publikum heranzüchten, das nicht mehr Sorge tragen kann und soll – Sorge um das Selbst, die Familie, die Umwelt und auch die Sorge, wie sie sich in der mündigen Kritikfähigkeit äußert. Marketing wird zum alleinigen Instrument der Sozialkontrolle, die Telekratie ersetzt die Demokratie.

Anhaltende schwere Sorgen lassen sich auch als Kummer bezeichnen. Verbindung dieser Bedeutungsnuancen des Begriffs Sorge nicht nur im Deutschen wider. Wer sich im Gegenteil keine oder nur geringe Sorgen macht, wird sorglos, unbekümmert oder leichtsinnig genannt. Dabei handelt es sich um eine Aufmerksamkeitsverschiebung auf Befürchtungen und mögliche negative Folgen. Als pathologisch werden unrealistische Sorgen empfunden, wenn sie als unkontrollierbar erlebt werden.

Oft sind diese durch Hypervigilanz und Einschränkung der Aufmerksamkeit gekennzeichnet. In der Philosophie wurde der Begriff der Sorge im Werk des Philosophen Martin Heidegger ein zentrales Thema. Es wird vor allem in seinem Hauptwerk Sein und Zeit umfänglich behandelt. Albert Camus sieht die Existenz des Menschen als generelle Absurdität an, dennoch führt dies nicht zu einem naheliegenden Nihilismus, sondern nach Auffassung von Camus zur Sorge um das Glück des Nächsten und zum opferbereiten Einsatz für andere, gleichbedeutend mit menschlicher Solidarität. Befragten gaben ihre Erwartung zu Protokoll, fünf bis zehn Jahre später in Deutschland noch gut leben zu können. Online-Umfrage mit einer Teilnehmerzahl von 500.

Das Thema der Sorge wird in der Dichtung vielfach behandelt. Der tödliche Ausgang schwerster Sorgen wird z. Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. Albert Camus: Der Mythos des Sisyphos, ISBN 3499227657, S. Diese Seite wurde zuletzt am 9.