Die Italiener an der Ostfront 1942/43 PDF

Die Italiener an der Ostfront 1942/43 PDF des sich rasch abzeichnenden deutschen Sieges im Westfeldzug wollte sich Benito Mussolini seinen Anteil an der zu erwartenden Beute sichern. Juni 1940 erklärte er dem nahezu besiegten Frankreich den Krieg.


Författare: Thomas Schlemmer.
Nur wenigen Deutschen ist bewusst, dass auch die italienische Armee am Krieg gegen die Sowjetunion beteiligt war. In Italien ist die Erinnerung an Mussolinis blutiges Abenteuer an der Ostfront hingegen bis heute lebendig geblieben. Allerdings blendet diese Erinnerung unbequeme Themen weitgehend aus und lässt die Soldaten des königlichen Heeres als unschuldige Opfer erscheinen, die nicht zuletzt von ihren deutschen Verbündeten im Stich gelassen worden seien. Dass die Realität bei weitem komplexer war, zeigen nicht nur Dokumente aus deutschen und italienischen Archiven: Der Band ordnet die Campagna italiana di Russia in die größeren Zusammenhänge ein, thematisiert Kriegführung, Besatzungspraxis sowie Mentalität der italienischen Armee an der Ostfront und hinterfragt das Verhältnis der Bündnispartner.

Die italienischen Truppen griffen am 20. Nach dem Fall Frankreichs war nahezu ganz Europa von der Achse besetzt, mit dieser verbündet oder zumindest neutral. Afrika, das Mittelmeer und der Nahe Osten waren für die Briten von fundamentaler Wichtigkeit. Der Suezkanal und die Straße von Gibraltar bildeten wichtige Lebensadern des Empire. Das Schlachtfeld war ein ungefähr tausend Kilometer langer Streifen am Mittelmeer.

Der Nordafrikafeldzug begann nach kleineren Gefechten an der libysch-ägyptischen Grenze am 9. September 1940 mit einer Serie von Luftangriffen auf britische Grenzposten, gefolgt am 13. September von der Invasion der zahlenmäßig weit überlegenen italienischen 10. Oktober eröffneten die Italiener einen neuen Kriegsschauplatz durch ihren Angriff auf Griechenland, der aufgrund starker griechischer Gegenwehr bald ihre volle Aufmerksamkeit beanspruchte. Zudem wurden ihre Nachschubkonvois über das Mittelmeer immer erfolgreicher von britischen Schiffen und Flugzeugen angegriffen.

Die deutsche Führung reagierte auf diese italienischen Rückschläge und auf das britische Vordringen auf die griechischen Inseln mit dem Angebot der Unterstützung, die zunächst aus Einheiten der Luftwaffe bestehen sollte. Erst im Frühjahr 1941 wollte man mit Bodentruppen in den Krieg in Griechenland eingreifen. Die Inaktivität der Italiener bei Sidi Barrani bestärkte das britische Nahostkommando unter Archibald Wavell in ihren Plänen zu einem Gegenschlag. Unter größtmöglicher Geheimhaltung wurde die Western Desert Force, bestehend aus der 4.

Das deutsche Oberkommando des Heeres hatte schon früh auf die Notwendigkeit einer Unterstützung der Italiener auch in Nordafrika hingewiesen und den General Wilhelm von Thoma in die Kyrenaika entsandt, um die Möglichkeit eines Einsatzes gepanzerter Truppen zu untersuchen. Im Dezember befahl Hitler die Verlegung des X. Ursprünglich war das Deutsche Afrikakorps als reiner Sperrverband konzipiert, dem die Aufgabe zugedacht war, die italienischen Gebiete in Nordafrika zu halten. Hitler befürchtete zu Recht, dass es den Briten gegebenenfalls gelingen könnte, die italienischen Truppen ganz aus Afrika zu vertreiben. Dies hätte nicht zuletzt ungute politische Folgen für Mussolini gehabt. Vorstoß des Afrikakorps nach Ägypten bis zum 25.

Februar 1941 landeten die ersten deutschen Truppen in Tripolis. Die italienischen Truppen waren aufgrund ihrer Niederlagen bereits moralisch angeschlagen und ihre Verteidigungsstellungen waren nur lückenhaft ausgebaut. Im Gegensatz zur geplanten, defensiven Haltung des Afrikakorps hielt Rommel ein offensives Vorgehen gegen die britischen Truppen für unbedingt notwendig. Diese Meinung stand im krassen Gegensatz zur Meinung des italienischen Generals Gariboldi, welcher den Erfolg im defensiven Vorgehen sah.

März begann auf Rommels eigenmächtigen Befehl der Vormarsch. Durch Rommels erfolgreiche Taktik des mobilen Wüstenkriegs wurden britische Truppen unter General Archibald Wavell über Bengasi und Derna 800 Kilometer zurückgeworfen. Allerdings hatte der Abzug von Einheiten von Afrika zur Front in Griechenland die ursprünglich überlegenen britischen Verbände reduziert. Der deutsche Vormarsch stoppte Mitte April bei der ägyptischen Grenzstadt und Festung Sollum östlich von Tobruk. Diese war kurz zuvor von den italienischen Truppen ausgebaut und danach beinahe kampflos geräumt worden. April unternahm die deutsche Wehrmacht drei erfolglose Angriffe auf das von ihnen umzingelte Tobruk.