Der römische Limes an der Donau unter Kaiser Hadrian PDF

Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel. Hadrian war ebenso wie sein weitläufiger Verwandter und kaiserlicher Vorgänger Trajan in Hispanien beheimatet. Er bemühte sich als Herrscher intensiv um die Festigung der Einheit der römische Limes an der Donau unter Kaiser Hadrian PDF Römischen Reiches, das er in weiten Teilen ausgiebig bereiste.


Författare: Daniel Ossenkop.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte – Weltgeschichte – Frühgeschichte, Antike, Note: 2.0, Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Historisches Seminar), Veranstaltung: Kaiser Hadrian, Sprache: Deutsch, Abstract: In dieser Arbeit soll es darum gehen, einen Blick auf die Donaugrenze zur Zeit Kaiser Hadrians zu werfen. Das Verhältnis der Römer zu den Germanen war zu dieser Zeit sowohl von Konflikten wie auch von friedlicher Koexistenz geprägt. Kriege genauso wie Handel und Bündnisse waren wichtige Elemente des Lebens an der Grenze. Doch was waren die genauen Gründe für diese wechselhaften Beziehungen? Warum gelang es nicht, den Frieden dauerhaft sicherzustellen?
Ein weiterer relevanter Punkt ist die Organisation und der Aufbau des Limes an der Donau. Wie gelang es den Römern, eine derart lange Grenzlinie effektiv zu sichern? Welche Rolle spielten die dort stationierten Truppen und wie waren deren Lebensbedingungen?
Kaiser Hadrian, der an vielen Grenzen wichtige Neuerungen einführte, veranlasste auch am Donaulimes einige Maßnahmen zum besseren Schutz und zu einer effektiveren Kontrolle der Donaugrenze. Wie sahen diese aus und wie ist deren Wirksamkeit zu beurteilen? Wie könnte die deutliche Abgrenzung zwischen römischer Provinz und barbarischem Ausland auf die germanischen Stämme gewirkt haben?
Um diese Fragen zu beantworten habe ich verschiedene Quellen und Literatur zu Rate gezogen. Was die Maßnahmen unter Kaiser Hadrian betrifft sind besonders die Historia Augusta und die Romrede des Aelius Aristides wichtig. Aber auch der ,,Vegetius“ des Flavius Renatus und die ,,Germania“ des Tacitus sind interessant. Die ,,Germania“ habe ich verwendet, um das Germanenbild der Römer zu beleuchten. Dieses ist insofern von Bedeutung, als dass es die Konzeption des Limes sowie die Grenzpolitik zu verstehen hilft. Man muss dabei freilich beachten, dass es sich ausschließlich um römische Quellen handelt und daher lediglich eine einseitige Sicht auf die Verhältnisse an der Donaugrenze im Allgemeinen und auf die Germanen im Speziellen möglich ist. Daher habe ich zusätzlich Sekundärliterarur verwendet (siehe Literaturverzeichnis). Dort werden auch die Ergebnisse archäologischer Funde berücksichtigt. Dadurch lässt sich ein vielfältigeres Bild des Lebens an der Donau zeichnen.

Hadrian war vielseitig interessiert und bei der Erprobung seiner Talente ehrgeizig. Seine besondere Wertschätzung galt der griechischen Kultur, insbesondere der als klassisches Zentrum griechischer Bildung berühmten Stadt Athen, die er neben vielen anderen Städten durch eine intensive Bautätigkeit förderte. Im Privatleben des Kaisers spielte seine homoerotische Beziehung zu dem früh verstorbenen Jüngling Antinoos eine zentrale Rolle. Nach dem Tod seines Geliebten setzte Hadrian reichsweit dessen kultische Verehrung in Gang, die im Osten, aber auch in Italien viel Anklang fand. Süden der Iberischen Halbinsel angesiedelt hatte. Zu Hadrians Kindheit ist nichts überliefert. Mit Blick auf seinen frühzeitig ausgeprägten Philhellenismus wird erwogen, dass ihn sein Vater, der Senator Publius Aelius Hadrianus Afer, als möglicher Prokonsul der Provinz Achaea im Kindesalter nach Griechenland mitgenommen haben könnte.

Der Werdegang Hadrians zwischen seiner Rückkehr aus Hispanien und seinem Herrschaftsantritt als Kaiser 117 beschäftigt die Forschung vor allem unter dem Gesichtspunkt der ungeklärten Frage, ob er tatsächlich von Trajan kurz vor dessen Tod adoptiert und zum Nachfolger bestimmt worden ist, was schon in der Antike bezweifelt wurde. Mit achtzehn Jahren wurde Hadrian als decemvir stlitibus iudicandis im Jahr 94 in ein Aufsichtsgremium bei Gericht berufen. Hadrians Bindung an das Kaiserhaus wurde durch seine Ehe mit der um zehn Jahre jüngeren Großnichte Trajans Vibia Sabina, die er als Vierundzwanzigjähriger heiratete, noch enger. Im selben Jahr 100 gelangte Hadrian zur Quästur und damit in den Senat, und zwar in der privilegierten Stellung des quaestor Augusti, dem es unter anderem oblag, die Reden des Kaisers zu verlesen. Ob aus dieser Karriere hervorgeht, dass Hadrian planmäßig auf die Rolle als künftiger Nachfolger Trajans vorbereitet wurde, ist eine nicht eindeutig geklärte Frage. Ehrgeiz ließ Hadrian nicht nur beim raschen Aufstieg in der politischen Laufbahn und auf militärischem Gebiet erkennen, sondern auch in diversen anderen Betätigungsfeldern. Seine gute Beherrschung der beiden Sprachen Latein und Griechisch sowie seine durch literarische Quellen und Fragmente überlieferten rhetorischen Qualitäten lassen auf eine intensive Ausbildung in Grammatik und Rhetorik schließen.