Der Herbst beginnt früher PDF

In unserer Katechesen-Reihe ist die Unterteilung in „Sakramente für Anfänger“ der Herbst beginnt früher PDF „Sakramente für Fortgeschrittene“ für das Sakrament der Ehe scheinbar ein wenig fehl am Platz – schließlich dürfte nahezu jeder, der kirchlich heiratet, in dieser Hinsicht ein Anfänger sein. Außerdem klingt der Begriff „Anfänger“ ein wenig herablassend, so, als hätten es die „alten Hasen“ leichter und wären die besseren „Eheschließer“.


Författare: Gerd Apitz.
Selbstironisch und bisweilen mit sanftem, eindringlichem
Ernst erzählt der 1945 geborene
Gerd Apitz Episoden aus Schulzeit, Militär, Studium
und Berufsweg. Dabei wird neben der
wechselvollen persönlichen Entwicklung auch
die Zeit der Fünfziger- bis Siebzigerjahre noch
einmal lebendig.

Sinne des Wortes „vollkommen im Stande zu heiraten“. Aber gerade, weil der Ablauf der Ehevorbereitungen nicht – wie bei der Beichte und der Eucharistie – immer wieder eingeübt wird, hat diese Katechese ihre besondere Berechtigung für jeden, der sich auf die Ehe und die kirchliche Trauung vorbereitet. Während bei der „Messe für Anfänger“ im Grunde nur der Ablauf der Messfeier erläutert und vertieft wird, spielt bei der „Beichte für Anfänger“ auch schon die Beichtvorbereitung eine große Rolle. Das trifft natürlich ganz besonders auf das Sakrament der Ehe zu – es kann in dieser kleinen Einführung ja nicht nur darum gehen, die Hochzeits-Liturgie zu erläutern. Deshalb gliedert sich diese Katechese in zwei große Bereiche: „Wie eine Trauung vorbereiten?

Die Trau-Vorbereitung beginnt allerdings – im Gegensatz zur Beichte – nicht erst ein paar Wochen zuvor. Je nach persönlicher Lage können es sogar Jahre sein. Wir beginnen unsere Hinführung allerdings erst mit der Verlobung. Ehepartner als „mein Verlobter“ oder „meine Verlobte“. Verlobungsfeier hört man dagegen nur noch selten. Dabei ist dieser Brauch eigentlich ein sehr sinnvoller Schritt, den die meisten Brautpaare sowieso machen.

Lautsprecherdurchsage im Bundesliga-Fussball-Stadion – sehr romantisch! Warum das nicht offen bekanntgeben und feiern? Es reicht ja, wenn man dazu nur die beiden Familien im kleinen Kreise einlädt. Wer will, kann dazu auch einen Priester einladen.

Nun stellt sich die Frage nach der Art der Eheschließung: Kirchlich? Bestimmungen in Deutschland, die man als „Nicht-Einmischungs-Abkommen“ bezeichnen könnte. Kirche darf es nun auch egal sein, ob die Eheleute zuvor auch eine staatlich anerkannte Ehe geschlossen habe. Ehe soll auf jeden Fall auch durch gesellschaftliche und rechtliche Stützen geschützt und gestärkt werden.

Deswegen bleiben die Kirchen bei der Praxis, dass vor der kirchlichen Trauung die Eheschließung auf dem Standesamt erforderlich ist. In Ausnahmefällen allerdings kann es tatsächlich sinnvoll sein, auf eine staatliche Ehe zu verzichten. Nach einem Antrag mit entsprechender Begründung wird der Bischof dazu die Erlaubnis geben. Umgekehrt gilt, dass eine nur staatlich geschlossene Ehe zwischen katholischen Brautleuten in den Augen der Kirche keine wirkliche Ehe ist. Man kann sagen, dass auf dem Standesamt die „nötige rechtliche Absicherung vertraglich geregelt wird“, die Ehe im sakramentalem Sinn aber erst in der Kirche zustande kommt.

Wer nun die feste Absicht hat, kirchlich zu heiraten, sollte sich frühzeitig mit dem jeweiligen Priester in Verbindung setzen. Falls Ihr nicht bei Eurem Heimatpfarrer heiraten wollt, braucht ihr keine Angst haben, dass er Euch die Erlaubnis nicht gibt: Der Heimatpfarrer ist zwar erste Ansprechperson, ist aber rechtlich dazu angehalten, Euch die Erlaubnis zur Eheschließung auch in anderen Kirchen oder mit anderen Priestern zu geben – falls dem nichts Wichtiges entgegensteht. Der sollte sich frühzeitig mit dem Priester in Verbindung setzen“ – Frühzeitig? Kirche als auch der Wunschpriester frei sind und sich an diese Vorgaben halten.