Der Fall Jauss PDF

Zur Navigation springen Zur Suche springen Die Rezeptionsästhetik fragt nach der gedanklichen und emotionalen Wahrnehmung künstlerischer Werke und inwieweit sie bereits im Gegenstand angelegt ist bzw. Zuerst eine Richtung der Literaturtheorie, befasst sie sich inzwischen mit allen Künsten. Der Fall Jauss PDF Strömungen lassen sich heute unter dem Begriff einander gegenüberstellen.


Författare: Ottmar Ette.

Die Differenzierung erfolgt dabei vor allem im Blick auf die theoretischen Konzepte, mit denen hier Bedeutung hergestellt wird. Die zentralen Vertreter der Konstanzer Schule waren der Romanist Hans Robert Jauß, der Latinist Manfred Fuhrmann, der Anglist Wolfgang Iser sowie der Germanist Wolfgang Preisendanz. Die Rezeptionsästhetik ist im größeren Kontext eine Antwort auf die in das 20. Gemeinsam war deren Strömungen ein starkes Interesse am Autor und seinen Intentionen sowie die Zielsetzung, das Kunstwerk als Artefakt einer Zeit und Nation zu interpretieren, es als Schlüssel zum Verständnis anderer Epochen und Kulturen zu lesen. Jahrhundert stellten sich besonders die textimmanenten Interpretationsansätze gegen diese Lektüreangebote. Im Interesse daran, die Forschung wieder auf den Gegenstand, das Kunstwerk auszurichten, wurde in Strömungen, wie beispielsweise dem New Criticism, die Frage gestellt, was diesem Kunstwerk seinen besonderen ästhetischen Wert verleiht und worin genau seine Kunst liegt gegenüber weniger vollendeten Artefakten.

Sie drängt Fragen nach dem Werk zurück gegenüber Fragen nach der Wahrnehmung, die es auslöst, und sie öffnet sich damit Fragen nach dem Prozess, in dem die Wahrnehmung geschieht, nach den Informationen, die in sie einfließen, auch nach Verständnishorizonten, die das Kunstwerk stillschweigend oder in offenen Anspielungen voraussetzt. Kritik zog die Rezeptionsästhetik als letztlich unklar positioniertes Projekt auf sich. Die Verständnishorizonte, nach denen sie fragte, ließen sich so eindeutig, wie erhofft, nicht herstellen. Sowohl für Jauß als auch für Iser stellt die Text-Leser-Auseinandersetzung den wichtigsten Bezugspunkt für die Konstitution von Sinn im Leseakt dar. Hans Robert Jauß stellt in seiner berühmten Antrittsvorlesung den historischen Verlauf der Rezeption eines Werkes und damit dessen Bedeutung in den Vordergrund. Die Sicht auf ein Werk ist zunächst immer diese aus der Gegenwart des Lesers.