Das Kyoto-Protokoll PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Der menschliche Einfluss auf das Klima Der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre war seit Jahrhunderttausenden das Kyoto-Protokoll PDF mehr so hoch wie heute.


Författare: Sebastian Oberthür.
Dieses Buch erscheint zur rechten Zeit. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts präsentieren zwei international bekannte Experten aus Deutschland eine um­ fassende und präzise Darstellung der internationalen Klimapolitik. In der Form erscheint diese Darstellung wie ein Kommentar zum Kyoto-Protokoll, einem der wohl wichtigsten Verträge, die jemals geschlossen worden sind. Lassen Sie uns ein paar Fakten in Erinnerung rufen. Seit Beginn der In­ dustrialisierung hat sich die Menschheit in ein Experiment ungeahnten Aus­ maßes begeben – die Änderung der Zusammensetzung unserer Atmosphäre. Schon vor über 100 Jahren wurde das erste Mal über den Treibhauseffekt bestimmter Spurengase spekuliert und heute wissen wir es sehr sicher: die Freisetzung von Kohlendioxid durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und andere Treibhausgase bedrohen unsere Zivilisation und das Leben von Millionen Menschen auf diesem Planeten. Die Erhöhung des Meeresspiegels wird viele Menschen zu Umweltflüchtlingen machen und einige tiefliegende Inselstaaten ganz zum Verschwinden bringen. Gewaltige Stürme können Landstriche verwüsten und Wasserknappheit wird weitere Millionen Men­ schen vertreiben. Die Herausforderung ist klar: bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts muss der Ausstoß an Treibhausgasen weltweit um ca. 50% reduziert werden, um die Klimaveränderungen in einem tolerablen Rahmen zu halten. Dies ist eine gigantische Aufgabe für uns und die nächsten Generationen, aber es kann geschafft werden. Zusammen mit Amory Lovins und L. Hunter Lovins habe ich in meinem Buch "Faktor 4" fünfzig Beispiele dafür geliefert, wie eine Effizienzrevolution aussehen könnte. Die Lösung liegt in der klugen Verbin­ dung von erneuerbaren Energiequellen, Effizienzsteigerungen und der Ent­ deckung neuer Genügsamkeit (Suffizienz).

Dass der Mensch für diesen Anstieg verantwortlich ist, kann nicht mehr ernsthaft bestritten werden. So war das Jahr 2005 nicht nur das wärmste Jahr, seit es direkte Temperaturmessungen gibt, sondern auch das Jahr mit den bisher meisten Hurrikanen und der geringsten arktischen Eisausdehnung. Es gibt kaum noch Zweifel darüber, dass der Mensch Einfluss auf das weltweite Klima ausübt und dass sich das Weltklima in den nächsten Jahrzehnten infolge dieses Einflusses noch weiter erwärmen wird. In einer wärmeren Welt kann mehr Wasser verdunsten, wodurch sich individuelle Wetterphänomene verstärken können. Das Klimaproblem hat seinen Ursprung darin, dass der Mensch durch seine vielfältigen Aktivitäten bestimmte klimarelevante Spurengase in die Atmosphäre entlässt. Diese führen zu einer zusätzlichen Erwärmung der Erdoberfläche und der unteren Luftschichten, dem vom Menschen verursachten, „anthropogenen“ Treibhauseffekt. Der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre war seit Jahrhunderttausenden nicht mehr so hoch wie heute.

Messungen belegen zweifelsfrei, dass sich die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre seit Beginn der Industriellen Revolution rasant erhöht hat. Lag der CO2-Gehalt um 1800 noch bei ca. Die Konzentration der langlebigen Treibhausgase nimmt systematisch zu: seit Beginn der Industrialisierung im 18. Hierdurch wird eine langfristige zusätzliche Erwärmung der unteren Atmosphäre und der Erdoberfläche angestoßen. Aber auch die Veränderungen in den Gebirgsregionen können dramatische Ausmaße annehmen.

Dies erkennt man vor allem am Rückzug der Gebirgsgletscher in den Alpen, die bereits etwa die Hälfte ihres Volumens seit 1850 verloren haben. Die Gletscher werden sich noch weiter zurückziehen. Der Anstieg des Meeresspiegels infolge der thermischen Expansion kann bis zum Jahr 2100 bis zu 80 Zentimeter betragen. Falls die großen Eispanzer Grönlands oder der Antarktis schmelzen sollten, wären noch deutlich stärkere Anstiege zu erwarten. Es drängt sich die Frage auf, was man schon heute an Klimaänderung beobachten kann.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Klima auf äußere Anregungen immer mit einer Zeitverzögerung von einigen Jahrzehnten reagiert. Jahr 2005 das wärmste Jahr seit mindestens tausend Jahren war. Es wird immer wieder die Frage nach der Rolle der Sonne für die Erderwärmung gestellt. Die Sonneneinstrahlung unterliegt Schwankungen, die auch mit der Sonnenfleckenaktivität zusammenhängen. Gemittelt über die vergangenen 100 Jahre stieg die Solarkonstante an: Nach Schätzungen liegt sie zurzeit um etwa 0,25 Prozent höher als vor 100 Jahren.

Das Beispiel des gezinkten Würfels verdeutlicht auch, dass die Beobachtung eines bestimmten Ereignisses keinerlei Rückschlüsse auf die Eigenschaften des Würfels zulässt: Der Würfel hat auch vor dem Zinken schon Sechsen geliefert. Auf das Wetter übertragen bedeutet dies, dass die Beobachtung einer schweren Überschwemmung oder einer langanhaltenden Trockenperiode in der Vergangenheit nicht unbedingt bedeutet, dass sich auch die Statistik des Wetters verändert hat. In der Tat zeigen jedoch Beobachtungen der vergangenen hundert Jahre, dass sich extreme Wetterereignisse weltweit häufen, wie von den Klimamodellen vorhergesagt. Und es ist genau diese Häufung extremer Wetterereignisse, die man der globalen Erwärmung zuordnen kann. Die Folgen für das Klima der Erde können mit Hilfe von Computersimulationen abgeschätzt werden.

Dazu werden globale Klimamodelle entwickelt, welche die Wechselwirkung zwischen den physikalischen Prozessen in Atmosphäre, Ozean, Meereis und Landoberflächen quantitativ beschreiben. Mit einem am Max-Planck-Institut für Meteorologie entwickelten Modell wurde das Klima von 1860 bis zum Ende des 21. Die globale Erwärmung hat eine Zunahme des atmosphärischen Wasserdampfs zur Folge sowie einen verstärkten Wasserdampftransport von den Ozeanen zu den Kontinenten und damit eine Zunahme des Niederschlags über den Landgebieten. Regional sind die Niederschlagsänderungen jedoch sehr verschieden.