Das Haus der Deutschen Kunst 1937-1944 PDF

Arno Breker, 1939 im Hof der Neuen Reichskanzlei aufgestellt. Kunst im Nationalsozialismus bezeichnet keinen einheitlichen Stil das Haus der Deutschen Kunst 1937-1944 PDF Richtung.


Författare: Friedrich Burgdorfer.
Mit der Regierungsübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 endete die öffentliche Förderung der bisherigen Kunstrichtung, die von dem neuen Regime als dekadent und Kult des Häßlichen empfunden wurde. Um der erwünschten gegenständlichen Kunst Gewicht zu verleihen, wurde in München ein gewaltiger Museumsbau – das Haus der Deutschen Kunst – errichtet, und ab 1937 wurden dort alljährlich "Große deutsche Kunstausstellungen" veranstaltet. Von 15.000 Bewerbern waren auf den insgesamt sieben Ausstellungen rund zweitausend Künstler (Maler, Graphiker, Bildhauer) vertreten, fast sechs Millionen Besucher wurden bis 1944 gezählt. Dieser erste Band des dreibändig angelegten Werkes zeigt einen Querschnitt der Gemälde aus den Bereichen Arbeitsleben und Bauerntum, Akt, Landschaft, Porträt, Stilleben, Partei und SA sowie einige Plastiken. Alle Motive werden in großformatigen, farbigen Abbildungen von hervorragender Bildqualität präsentiert, der Bildband ist eine Hommage an die verfemten Künstler dieser Zeit. Der mitreißende Text zeichnet den erbitterten Kampf um eine neue deutsche Kunst nach und stellt wichtige Künstler dieser Kunstepoche vor.

In der Parteizeitung Völkischer Beobachter schlug Alfred Rosenberg 1922 den Expressionismus als wegweisenden deutschen Stil vor. Alfred Rosenberg in seinem 1930 erschienenen Buch Der Mythus des 20. Das Mestizentum erhob den Anspruch, seine bastardischen Ausgeburten, erzeugt von geistiger Syphilis und malerischem Infantilismus, als Seelenausdruck darzustellen. Die Nationalsozialistische Kunstauffassung war nicht nur durch Ablehnung bestimmter Kunstrichtungen gekennzeichnet, auch inhaltlich wurden Werke abgelehnt: Beispielsweise wurden Werke von Anton von Werner wegen ihrer wertkonservativen Darstellung abgelehnt, obwohl die akademische Malweise dem Nationalsozialismus genehm gewesen wäre. Briefmarkenserie Deutsche Nothilfe, Trachten, Franken, 1935, Stichtiefdruck, Entwurf Karl Diebitsch.

Arno Breker bei der Arbeit an einer Skulptur von Albert Speer, 1940. Ludwig Dettmanns Bild eines Sturm-Pioniers des Sturm-Bataillons Nr. Januar 1933 wurde der gesamte Kulturbereich von den Nationalsozialisten zentralisiert und mit einem allumfassenden Kontrollapparat überzogen. Die Besetzung großer Teile Europas wurde als Chance gesehen, im großen Stil Kunst zu erwerben. Der Direktor des Wallraf-Richartz-Museums verkaufte 630 Werke, um Diebesgut zu kaufen. Josef Thoraks Pferd vor der Neuen Reichskanzlei in Berlin. Kunst am Bau wurde hier exemplarisch gezeigt.