Das erzählerische Werk 17. Der Stechlin PDF

Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, das erzählerische Werk 17. Der Stechlin PDF entferne anschließend diese Markierung. Der Stechlin ist ein Roman von Theodor Fontane. 98 in der Zeitschrift Über Land und Meer publiziert.


Författare: Theodor Fontane.

"Hohe, heitere und wehe, das Menschliche auf eine nie vernommene, entzückende Art umspielende Lebensmusik sind diese Plaudereien …"
Thomas Mann
Eines der schönsten Bekenntnisbücher der deutschen Literatur erstmals in authentischer Textgestalt
Die sich da zu Plauderstunden auf dem altmodischen märkischen Gut zusammenfinden, wissen um die Gefahren seelischer und geistiger Erstarrung. Allen voran der liebenswürdige Dubslav von Stechlin, aber auch sein Sohn Woldemar, die geheimnisvolle Gräfin Melusine und deren stille Schwester Armgard sind davon überzeugt: Wer Zukunft gewinnen will, muß aus der Enge heraus.
In diesem Sinne ist der sagenumwobene Stechlinsee ihr bewundertes Vorbild, hat er doch Fühlung mit der großen Welt. An die Stelle herkömmlicher Handlung treten die beziehungsreichen Gespräche einer Gruppe sympathischer Gestalten. In der reizvollen Szenerie märkischer Ortschaften wie am Berliner Kronprinzenufer begegnen sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Charakteren, Anschauungen und Verhaltensweisen, die der Erzähler in seiner unnachahmlichen Dialogführung teils humoristisch-komisch, teils karikierend in Erscheinung treten läßt.
Der Kommentar bewältigt ein immenses Material. Die breite zeitgenössische Wirkung des Romans, die Fülle der überlieferten Handschriften, der Reichtum an Fakten und Anspielungen verlangen dem Herausgeber alles ab. Durch die Heranziehung zeitgeschichtlichen Materials wie der Reden von Bismarck und Wilhelm II. wird die politische Dimension des Romans schlüssig nachgewiesen.
Herausgegeben von Klaus-Peter Möller

Der Roman umfasst etwa 400 bis 500 Seiten, die in neun Abschnitte mit Überschrift gegliedert sind. Jeder dieser Abschnitte besteht aus mehreren Kapiteln, die von 1 bis 46 fortlaufend nummeriert sind. Die Handlung rankt sich um das alte märkische Adelsgeschlecht von Stechlin, das am Großen Stechlinsee im Kreis Ruppin seinen Sitz hat. Der Roman schildert nur wenige Ereignisse.

In Berlin lebt Graf Barby, ebenfalls verwitwet, mit seinen beiden Töchtern. Melusine ist über 30 Jahre alt, nach kurzer Ehe geschieden und trägt den Nachnamen Ghiberti. Sie ist gebildet und vertritt freimütig und gewitzt ihre Ansichten. Ihre jüngere Schwester Armgard ist still und tritt selten in Erscheinung. Kurz darauf kommt es zu einem Treffen in Stechlin, auf dem Dubslav zum konservativen Kandidaten für eine fällige Nachwahl zum Reichstag gekürt wird. Das Wahllokal befindet sich in Rheinsberg.

Graf Barby und seine Töchter lebten lange in England, so dass sie sich darüber austauschen. Woldemar bricht für einige Wochen nach England auf. Nach seiner Rückkehr besucht er die Barbys. Nach seiner Rückkehr aus Berlin erkrankt Dubslav ernsthaft, während sich Woldemar und Armgard auf Hochzeitsreise begeben. Adelheid besucht ihren Bruder, der auch sterbenskrank seinen Charakter beibehält. Herkunft, bei sich auf, so dass Adelheid ihn in gereizter Stimmung verlässt.

Bei der Beerdigungsfeier, die Pastor Lorenzen hält, sind Graf Barby und Melusine anwesend. Das Gewicht des Romans liegt nicht auf der Handlung, sondern auf den vielfältigen Dialogen, die die gesellschaftliche Wirklichkeit zur Wende vom 19. Charakteristisch ist hierbei, wie bei allen Werken Fontanes, dass er die Schwächen seiner Zeit erkennt und in seiner literarischen Darstellung auch nicht verleugnet, dabei aber dennoch von einer tiefen Sympathie für das, was den märkischen Adel ausmachen sollte, geprägt ist. Für das Neue in dem Roman steht die Sozialdemokratie, deren historisches und politisches Recht im Roman anerkannt wird, deren Schwächen aber gleichfalls zur Sprache kommen. Nicht so ganz unbedingt mit dem Neuen. Lieber mit dem Alten, soweit es geht, und mit dem Neuen nur, soweit es muß. Der Stechlin wurde in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen.

Den Essay über den Roman verfasste Peter Härtling. Peter Staengle in Zusammenarbeit mit Roland Reuß. Roter Stern, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-87877-921-6. Der Roman wurde 1975 vom Norddeutschen Rundfunk unter dem Titel Der Stechlin dreiteilig für das Fernsehen verfilmt.

Studien zur Gestalt der Wasserfrau in dichterischen und künstlerischen Zeugnissen des 19. Figurenlexikon zu Der Stechlin von Meike van Hoorn im Portal Literaturlexikon online. 79 von Über Land und Meer, Nr. 19, von Oktober 1897 bis Februar 1898. Oktavausgabe der Zeitschrift heraus , die monatlich erschien. De Gruyter, Berlin, New York, 2006, S. 833 der zweite Vorabdruck in Über Land und Meer.