Über das Verhältnis der späteren Stoa zur Sklaverei im römischen Reich PDF

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Lehrgebäude in der abendländischen Geschichte bezeichnet. Agora, dem Marktplatz von Athen, zurück, in der Zenon von Kition um 300 v. Ein besonderes Merkmal der stoischen Philosophie ist die kosmologische, auf Ganzheitlichkeit der Welterfassung gerichtete Betrachtungsweise, aus der sich ein in allen Über das Verhältnis der späteren Stoa zur Sklaverei im römischen Reich PDF und natürlichen Zusammenhängen waltendes universelles Prinzip ergibt.


Författare: Franz Vollmann.

In diesem Werk analysiert Franz Vollmann den Einfluss, den die ethische Grundauffassung der altgriechischen Stoiker auf die Situation der Sklaven im Römischen Reich hatte. Während es beiden Hochkulturen nicht um die Abschaffung der Sklaverei als solcher ging, sah die stoische Schule zumindest eine humanere Behandlung der Sklaven vor. Auf dieser Ausgangsposition basierend legt der Autor dar, wie die Verbesserung der rechtlichen und sozialen Lage römischer Sklaven nicht zuletzt der Stoa zu verdanken war. Vollmanns Abhandlung zeugt von einer einmaligen Belesenheit und verknüpft souverän philosophische, historische und juristische Denkansätze.
Franz Vollmann (1858-1917) promovierte mit der vorliegenden Arbeit 1890 an der Universität Erlangen. Er war lange Zeit Gymnasialprofessor in Regensburg, bevor er sich der Botanik zuwendete.

Die parallele Entstehung der beiden großen philosophischen Schulen der Epikureer und der Stoa fiel sicherlich nicht zufällig in eine Zeit, in der der bis dahin die Normen bestimmende, individuelle Orientierung und Halt gewährende, aber auch zur Einordnung verpflichtende Polis-Verband in die Krise geraten war. Die Situation begünstigte also das Entstehen neuer weltanschaulicher Deutungsmöglichkeiten mit entsprechenden Reflexionen über deren Konsequenzen für die individuelle Lebensausrichtung. Polis nicht mehr der geeignete Bezugsrahmen schien. Die stoische Philosophie hat während der Jahrhunderte ihrer Überlieferung und Weiterentwicklung mancherlei Wandlung durchlaufen und die Fähigkeit entwickelt, sich neuen Einsichten zu öffnen und bei ihren führenden Köpfen unterschiedliche Akzente und Spielarten zuzulassen. Auch diese Weltoffenheit und Anpassungsfähigkeit hat zu ihrer Langlebigkeit entscheidend beigetragen.

Andererseits gibt es konstante Merkmale, die ihr einen unverwechselbaren Charakter geben. Alles ist wie durch ein heiliges Band miteinander verflochten. Alles Geschaffene ist einander beigeordnet und zielt auf die Harmonie derselben Welt. Aus einem Urfeuer, dem Aither, entsteht in stoischer Sicht alles Seiende.

Die Stoiker sind von der strengen Kausalität allen Geschehens überzeugt. Was immer in der Welt und unter Menschen vorkommt, beruht demnach auf einer lückenlosen Kausalkette. Wo diese nicht nachweisbar ist, versagt unser Erkenntnisvermögen. Wenn die Welt vollkommen deterministisch ist, dann werden die Naturgesetze bestimmen, ob ich tugendhaft sein werde oder nicht. Vernichtung der gegenwärtigen Welt durch Feuer und anschließend Wiederholung des gesamten Vorganges. Pierre Hadot dagegen sieht die menschliche Freiheit von den Stoikern nicht aller Räume beraubt. Universum, welches nicht von derselben Art ist wie das Universum der Kausalität, nämlich das Universum des Sinns und des Wertes.